Anleitung PCU: Control Unit einbauen, einrichten und bedienen

Die Control Unit PCU ist das zentrale Steuer- und Überwachungssystem für Camper und Wohnmobile: ein Touch-Display, auf dem Batterie, Energie, Tanks, Schalter, Licht, Kühlbox und Heizung zusammenlaufen. Sie wird mit 8–32 V DC betrieben und kann klein beginnen, etwa nur mit einem Batteriemonitor (Shunt SHX), und später zur Zentrale eines digital geschalteten CAN-Bus-Systems ausgebaut werden. Diese Seite fasst Einbau, Anschluss, Einrichtung und Bedienung aus der Bedienungsanleitung zusammen.

Stand der Anleitung: ohne Versions- oder Datumsangabe im Dokument, 28 Seiten, die deutsche Fassung ist maßgeblich. · Vollständige Bedienungsanleitung als PDF · Zum Produkt PCU

Inhalt

Lieferumfang

  • 1 × Systemmonitor PCU inklusive Bedienungsanleitung
  • 1 × steckbare Klemmen (4-polig und 8-polig)
  • 2 × M12-Abschlusswiderstände (je 1 × männlich und weiblich)
  • 1 × M12-T-Kabel

Bestimmungsgemäße Verwendung laut Anleitung: Anzeige- und Bediengerät für die 12-/24-V-Bordelektrik von Campern, Wohnmobilen, Booten und ähnlichen Fahrzeugen, für den Einbau an einer geschützten, trockenen Stelle im Innenraum. Nicht zulässig sind Betrieb an Wechselspannung oder einer anderen Spannung als 8–32 V DC, Einbau in feuchter oder explosionsgefährdeter Umgebung oder ungeschützt im Außenbereich sowie bauliche Veränderungen am Gerät.

Einbau und Montageort

Installation und elektrischer Anschluss dürfen nur von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden. Klemmen Sie vorher die Batterie ab, achten Sie auf die richtige Polung und sichern Sie die Stromzuleitung ab.

  • Montieren Sie den Monitor an einer geschützten, trockenen und gut sichtbaren Stelle.
  • Einbauausschnitt: 142 × 85 mm.
  • Erforderliche Mindesttiefe: 40 mm.
  • Alle angeschlossenen Geräte müssen dasselbe Massepotenzial (GND) verwenden wie der Monitor, sonst funktioniert die Kommunikation über den LIN-Bus nicht.

Anschluss und Anschlussplan

Ohne Connect Hub

Der Anschluss erfolgt direkt an den rückseitigen Klemmen des Displays, mit Leitungen von ca. 0,75 mm² und Aderendhülsen am Klemmeneingang.

Rückseitige Anschlussklemmen der Control Unit PCU: LIN, +Dp, −DP, U1, +TG, GND, TG1 bis TG4, TP1 und TP2

Klemme Funktion laut Anleitung
U1 Messspannung für die Spannung der Starterbatterie oder den SOC der BOS-Batterie
LIN Geräte mit CI-Bus
TG1 bis TG4 Tankgeber
TP1 Sensor für die Innentemperatur
TP2 Sensor für die Außentemperatur

Mit Connect Hub

Der Anschluss erfolgt an den Klemmen des Connect Hub, ebenfalls mit ca. 0,75 mm² und Aderendhülsen. Die Belegung (U1, LIN, TG1–TG4, TP1, TP2) ist dieselbe wie beim direkten Anschluss. Das Kabel führt zum Display; der 4-polige Stecker kommt auf die linke Seite, der 8-polige auf die rechte.

LIN-Bus verkabeln

Alle Komponenten am LIN-Bus werden über eine einadrige Leitung verbunden, empfohlen sind 0,75 mm². Möglich sind Reihenschaltung (Busstruktur) und Sternschaltung.

P-Bus-Netzwerk (CAN-Bus) aufbauen

Über den P-Bus kommuniziert die PCU mit Geräten wie dem Shunt SHx, dem Wechselrichter DCW, Bulltron-Batterien oder dem Smart-Interface. Nötig sind 2 Abschlusswiderstände M12 (im Lieferumfang), 1 M12-T-Kabel zur Verbindung der PCU mit dem P-Bus und für jede weitere P-Bus-Komponente ein weiteres M12-Netzwerkkabel (NMEA2000®). Die Reihenfolge der Geräte spielt keine Rolle.

Beispielhafter P-Bus-Aufbau der Control Unit PCU mit M12-Kabeln, T-Stücken und Abschlusswiderständen

Wichtig: An beiden Endpunkten des Netzwerks muss je ein Abschlusswiderstand eingesteckt sein. Ohne die beiden Abschlusswiderstände funktioniert der P-Bus nicht.

Inbetriebnahme und Einstellungen

Beim ersten Start sind alle Geräte ausgeblendet (deaktiviert). Sie schalten die vorhandenen Geräte in den Einstellungen frei. Öffnen Sie dazu das Menü „Einstellungen“ und geben Sie das Passwort „1234“ ein.

Bereich Was Sie einstellen
Display Helligkeit 20–100 %, automatische Helligkeit über den Lichtsensor, Standby nach 20–600 Sekunden (0 = kein automatischer Standby), Sprache Deutsch oder Englisch
P-Bus Netzwerk Geräte anmelden: Schaltfläche „Geräte anmelden“ tippen und ca. 7 Sekunden warten; die Geräte müssen eingeschaltet und aktiv sein
Geräte-Konfiguration Tatsächlich angeschlossene Geräte aktivieren, nicht vorhandene auf „Deaktiviert“ lassen: Inverter (P-Bus, CI-Bus oder PSU), Ladegerät, Booster, Kühlbox (CI-Bus), Heizung (Truma oder Timberline), Solarregler, U1 (Starterbatterie oder BOS-System), Icon-Auswahl
Ladebooster / Ladegerät Bei philippi-Geräten mit erweiterten Einstellungen: Strombegrenzung und Batterietyp
PSU Wird eine PSU erkannt, lassen sich die Ausgänge U1–U8 benennen und zuordnen (Beleuchtung oder Verbraucher)
Batterie Mit Shunt SHX: Nennkapazität, Batterietyp und Nennspannung. Bei bus-fähigen Batterien (SuperB Epsilon mit CI-Bus, Bulltron mit CAN-Schnittstelle) sind keine Einstellungen nötig
Systemzeit Batteriegepufferte Uhr für Zeitstempel im Protokoll und die zeitliche Einordnung von Alarmen
Energy Shunt Dem angemeldeten Shunt SHX einen Typ zuweisen (z. B. „Solar“), damit er in der Energie-Grafik richtig erscheint
Combi-Inv. Mit dem Smart Interface für Victron MultiPlus-2: „Nur Laden“ und Landstrombegrenzung
Hauptschalter Bei erkanntem FHC oder TSC: „Überwachung U“ ein- oder ausschalten und Schwellen für Über- und Unterspannung (Abschaltung und Wiedereinschaltung) festlegen

Hat die PCU beim Start das Datum aus dem Jahr 2000, wurde die Uhr noch nicht gestellt oder die eingebaute Knopfzelle CR2032 (3 V) ist leer. Nehmen Sie den rückseitigen Deckel ab, schieben Sie die Knopfzelle aus dem Halter und ersetzen Sie sie.

Tanks einrichten und kalibrieren

  1. Anschluss-Port wählen (TG1–TG4).
  2. Dem Tank einen Namen geben.
  3. Den passenden Sensortyp wählen: Drucksonde (z. B. TDx) = TDx, Schwimmer = TGx, außerdem Votronic und Supersense.
  4. Das maximale Tankvolumen eingeben.

Bei einer Drucksonde wird die Schaltfläche „Calibration“ freigeschaltet. Tank vollständig entleeren, warten bis der Messwert stabil ist und „Nächster Schritt“ tippen. Die Kalibrierung läuft in 5 Schritten: den Tank jeweils bis zur blau markierten Füllstandsgrenze füllen und „Nächster Schritt“ tippen. Alternativ lässt sich ein Wert über „Manuelle Eingabe“ setzen. „Zurücksetzen“ löscht die Kalibrierung. Nach erfolgreicher Kalibrierung wird das Feld grün. Wiederholen Sie diese Schritte für alle angeschlossenen Tanks. Passende Geber finden Sie im Tankgeber-Finder, zum Beispiel TGW, TGT und TDS / TDN 200.

Bedienung im Alltag

Alle verfügbaren Daten erscheinen auf der Startseite. Durch horizontales Wischen wechseln Sie zwischen den Kacheln.

Kachel Was sie zeigt oder kann
Temperatur In der Statusleiste: die vom Fahrzeug umrandete Temperatur ist innen, die außerhalb angezeigte außen
Batterie Ladezustand (% / Ah), Lade- und Entladestrom, Spannung, Restlauf- bzw. Restladezeit, Status, Spannung der Starterbatterie. Warnung bei Aufbau-Batterie unter 12,0 V länger als 5 Minuten; bei Kapazität unter 20 % oder Überspannung über 15,0 V erscheint die Restkapazität rot. 2 Sekunden auf das Batteriesymbol drücken öffnet die Detailansicht mit Spannungsverlauf der letzten 7 Tage
Energie Erzeugte Solar-Leistung der letzten 24 Stunden, Landanschluss-Anzeige, Diagramm bis 3 Tage zurück
Energiefluss Pfeile zeigen, ob ein Gerät Energie erzeugt oder verbraucht
Schalter Inverter, Hauptschalter (FHR) und Combi-Inv. ein- und ausschalten
Licht & Verbraucher Mit PSU: Licht ein, aus und dimmen (lang drücken), Verbraucher schalten mit Stromverbrauch je Ausgang
Tanks Antippen schaltet zwischen Liter und Prozent um
Kühlbox CI-Bus-fähige Kühlbox mit Ein-/Aus, Kühlstufen, Nachtmodus (Mond) und Boost (Rakete)
Heizung Timberline 1.0 / 2.0 oder Truma (Combi und Vario Heat): Heizung, Warmwasser, Temperatur, Lüfter, Energiequelle

Erscheint die Meldung „N S“, wurde der philippi Shunt neu gestartet und die angezeigte Kapazität entspricht noch nicht dem tatsächlichen Stand. Laden Sie die Batteriegruppe am Shunt mit einem Ladegerät vollständig auf, dann erlischt die Meldung automatisch.

Software-Update

  1. Die Software-Datei ohne Unterordner auf die oberste Ebene einer Micro-SD-Karte kopieren.
  2. Die Stromversorgung der PCU trennen.
  3. Die Karte in den rückseitigen Halter schieben.
  4. Die Stromversorgung wieder einstecken.

Der Bildschirm zeigt eine neue Software an und installiert sie automatisch, der Fortschritt erscheint als blauer Balken. Die Karte kann danach im Halter bleiben und Daten aufzeichnen. Startet die PCU normal, wurde keine neuere Software erkannt.

Wartung und Fehlerbehebung

  • Reinigung: nur mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch, ohne Scheuer- oder Lösungsmittel; es darf keine Feuchtigkeit ins Gerät.
  • Wartung: grundsätzlich wartungsfrei, nur die Knopfzelle CR2032 (3 V) der Uhr wird bei Bedarf gewechselt. Reparaturen nur durch den Hersteller oder autorisierte Fachkräfte.
  • Kein Display, kein Start: Stromversorgung und Absicherung der Zuleitung prüfen.
  • Gerät wird nicht erkannt: Verkabelung, gemeinsame Masse (GND) und Abschlusswiderstände am P-Bus prüfen.
  • Uhr zeigt das Jahr 2000: Knopfzelle wechseln.

Technische Daten

Versorgungsspannung DC 8–32 V
Stromaufnahme Betrieb 100 mA bei 12 V (Beleuchtung 100 %)
Stromaufnahme Stand-by 10 mA bei 12 V
Abmessungen 157,5 × 105 × 40 mm
Einbauausschnitt 142 × 85 mm
Mindest-Einbautiefe 40 mm

Mehr zum System: PCU – die zentrale Steuer- und Überwachungseinheit · PCU-Kompatibilität · P-Bus kompatible Geräte · Das vernetzte Bordnetz: P-Bus, NMEA 2000, App. Passende Geräte: Connect Hub, Shunt SHX 348, Wechselrichter DCW. Bei Fragen zum Einbau oder für eine Reparatur: Kontakt · Garantie und Reparatur · Alle Bedienungsanleitungen

Häufige Fragen

Wie öffne ich die Einstellungen der PCU und wie lautet das Passwort?

Öffnen Sie auf der Startseite das Menü „Einstellungen“ und geben Sie das Passwort „1234“ ein. Nach der Bestätigung sehen Sie die Seriennummer, die Software-Version und alle Einstellungen für die PCU selbst sowie für angeschlossene Geräte und Sensoren. Mit dem Scrollbereich erreichen Sie weitere Einträge. Beim ersten Start sind alle Geräte noch deaktiviert und müssen freigeschaltet werden.

Wie melde ich P-Bus-Geräte an der PCU an?

Schließen Sie alle P-Bus-Geräte an und achten Sie darauf, dass sie eingeschaltet sind. Öffnen Sie dann das Menü „P-Bus Netzwerk“, tippen Sie auf „Geräte anmelden“ und warten Sie etwa 7 Sekunden. Alle verbundenen Geräte werden automatisch erkannt. Funktioniert das nicht, prüfen Sie die beiden Abschlusswiderstände an den Netzwerk-Enden, die gemeinsame Masse und die Verkabelung.

Warum zeigt die PCU das Jahr 2000 an?

Wenn die PCU mit dem Jahr 2000 startet, wurde die Uhr noch nicht gestellt, oder die eingebaute Knopfzelle ist leer. Stellen Sie Uhrzeit und Datum in den Einstellungen unter Systemzeit ein. Bleibt das Datum falsch, nehmen Sie den rückseitigen Deckel ab, schieben die Knopfzelle aus dem Halter und setzen eine neue Batterie vom Typ CR2032 (3 V) ein.

Wie führe ich ein Software-Update der PCU durch?

Sie brauchen eine Micro-SD-Karte. Kopieren Sie die Software-Datei ohne Unterordner auf die oberste Ebene der Karte, trennen Sie die PCU von der Stromversorgung, schieben Sie die Karte in den Halter auf der Rückseite und schalten Sie wieder ein. Die PCU erkennt die Software und installiert sie automatisch, der Fortschritt erscheint als blauer Balken.