Überwachen und Schalten an Bord

P-BUS: das Bordnetz-System von philippi

Der P-BUS ist ein Kommunikationsnetzwerk auf CAN-Bus-Basis, das philippi an die Anforderungen von Stromversorgung und Batterieüberwachung angepasst hat. Batterien, Tanks, Temperaturen, Ladequellen, AC-Anlage und Verbraucher laufen auf einem oder mehreren System-Monitoren zusammen – und lassen sich dort auch schalten.

Wie der P-BUS aufgebaut ist

Im Mittelpunkt stehen die System-Monitore PSL und PSM 3. Sie zeigen alle Daten an, die über den P-BUS ankommen, und sind zugleich das Bedienteil. An Bord können mehrere Monitore an verschiedenen Stellen hängen, die unabhängig voneinander abgefragt werden.

Überwachen

Shunt SHX für die Batterie, Tank-Interface CMT 3, Temperatur-Interface TPC 4, Relaismodul CMR für die Bilgenpumpe.

Energie

Ladegeräte ACE, Ladebooster DCB, Solarregler SCE und Wechselrichter DCW liefern ihre Daten direkt; alles andere erfasst Shunt SHX-L (DC) oder Interface CAV (AC).

Schalten

Hauptschalter über Leistungsschalter FHC 265 und Interface TSC, Verbraucherstromkreise über die Relaismodule CMR – mit Dimmfunktion für LED-Leuchten.

Kommunikation

Bridge CBN zu NMEA 2000, Interfaces zu Studer Xtender, Mastervolt und SuperB, Smart Interface für die philippi-App.

Verkabelung und Einrichtung

  • M12-Steckverbinder: Seit 2013 verbindet philippi die P-BUS-Komponenten mit dem wasserdichten M12-System (DeviceNet). Jedes Interface wird mit einem T-Adapterkabel geliefert; benötigt werden nur noch die Verbindungskabel zwischen den Geräten.
  • Einrichtung am Monitor: Die Geräte werden nach der Installation einmalig am System-Monitor angemeldet. Eine Konfigurationssoftware oder ein PC ist nicht nötig.
  • Energiesparmodus: Sind alle System-Monitore im Stand-by oder ausgeschaltet, gehen auch die angeschlossenen Komponenten in den Energiesparmodus.
  • Offenes System: Der Ausbau beginnt bei einem einzelnen Shunt SHX und wächst bis zum digital geschalteten Bordnetz, ohne dass vorhandene Komponenten veralten.

Wichtig: Der P-BUS ist kein NMEA-2000-zertifiziertes System. Er nutzt zwar dieselben Kabel, darf aber nur über die NMEA 2000 Bridge CBN mit einem NMEA-2000-Netz gekoppelt werden.

Die P-BUS-Komponenten im Überblick

KomponenteAufgabeTechnische Eckdaten
System-Monitor PSLZentrale Anzeige und Bedienung5"-Touchscreen, 8–32 V DC, 90 mA (Stand-by 10 mA), Einbauausschnitt 140 × 85 mm
System-Monitor PSL pluswie PSL, mit integriertem Tank-Interface4 Tankgeber und 2 Temperatursensoren direkt am Monitor
System-Monitor PSM 3Zentrale Anzeige und Bedienung3,5"-Touchscreen, 8–64 V DC, 60 mA (Stand-by 2 mA), Einbauausschnitt 88 × 88 mm
Batterie-Management-Shunt SHX 348Strom, Spannung, Kapazität der Batterie300 A (600 A 1 min, 1500 A 0,5 s), 8–64 V, Bolzen M8
Batterie-Management-Shunt SHX 648für größere Ströme600 A (800 A 1 min, 2500 A 0,5 s), 8–64 V, Bolzen M16
Strommessshunt SHX-L 300Ladequelle oder Verbraucher ohne P-BUS300 A, 8–32 V, Bolzen M8
Tank-Interface CMT 3bis zu 4 Tankgeber10–180 Ω, 240–33 Ω, 4–20 mA, 0–5 V, Ultraschall, Durchfluss
Temperatur-Interface TPC 4bis zu 4 TemperaturfühlerTemp-BT oder Temp-HT, bis zu vier TPC 4 je P-BUS
AC-Interface CAVeine AC-Phase 230 V / 50 Hz16 A intern, 100 A mit Stromwandler WAC 100
Relaismodule CMRVerbraucher schalten, dimmen, überwachen2 bis 8 Kanäle, 10 A oder 30 A je Kanal, ein- oder zweipolig, Notbetrieb
Leistungsschalter FHC 265fernsteuerbarer Batterie-Hauptschalter12 + 24 V, 260 A Dauerstrom, einstellbarer Tiefentladeschutz; als Bipolar 2 × 260 A
Hauptschalter-Interface TSCsteuert den Trennschalter FBR 500für Dauerströme bis 500 A
NMEA 2000 Bridge CBNP-BUS-Daten für KartenplotterPGN 127501, 127505, 127506, 127508, 127744, 127747, 127750

Häufige Fragen zum P-BUS

Was ist der P-BUS?

Der P-BUS ist ein Kommunikationsnetzwerk auf CAN-Bus-Basis, das philippi für Stromversorgung und Batterieüberwachung an Bord entwickelt hat. Monitore, Shunts, Interfaces und Schaltmodule tauschen darüber ihre Daten aus. Weil das Netz dauerhaft läuft, ist es auf geringen Eigenverbrauch ausgelegt: Sind alle Monitore im Stand-by, gehen auch die angeschlossenen Geräte in den Energiesparmodus.

Ist der P-BUS mit NMEA 2000 kompatibel?

Der P-BUS nutzt dieselben M12-Steckverbinder wie NMEA 2000, deshalb passen auch NMEA-2000-Kabel. Er ist aber kein NMEA-2000-zertifiziertes System und darf nicht direkt mit einem NMEA-2000-Netz verbunden werden. Die Kopplung läuft über die NMEA 2000 Bridge CBN, die Batterie-, Tank-, Schalt- und AC-Daten für Kartenplotter umsetzt.

Brauche ich zur Einrichtung einen Computer?

Nein. Die P-BUS-Geräte werden direkt an einem System-Monitor PSM 3 oder PSL angemeldet und konfiguriert, ein zusätzlicher PC ist nicht nötig. Nach der Installation meldet man die angeschlossenen Geräte einmalig an. Einstellungen wie Tankgröße, Sensortyp, Alarmschwellen oder Tiefentladeschutz werden anschließend ebenfalls am Monitor vorgenommen.

Womit fange ich beim P-BUS an?

Die kleinste sinnvolle Ausbaustufe ist ein System-Monitor mit einem Batterie-Management-Shunt SHX. Mit einem zusätzlichen Tank-Interface CMT 3 stehen die Grundfunktionen für Batterie und Tanks zur Verfügung. Später lassen sich Temperatur, AC-Überwachung, Hauptschalter und digitales Schalten ergänzen, ohne dass die vorhandenen Komponenten ersetzt werden müssen.

Welche Geräte anderer Hersteller lassen sich einbinden?

Über eigene Interfaces gelangen Daten weiterer Systeme in den P-BUS: Studer Xtender über die Bridge XCOM-CAN, Mastervolt-Geräte über das Interface CMB, SuperB-Batterien über das Interface CBO-SB und Victron-Kombi-Wechselrichter über das Smart Interface. Quellen und Verbraucher ohne P-BUS-Anschluss erfasst der Strommessshunt SHX-L oder das AC-Interface CAV.

Was passiert, wenn der P-BUS ausfällt?

Die Schaltmodule CMR haben einen integrierten Notbetrieb: Jeder Ausgang lässt sich durch Umstecken der Sicherung oder des Sicherungsautomaten überbrücken und bleibt dabei abgesichert. Für die fernsteuerbaren Hauptschalter empfiehlt philippi zusätzlich einen Steuertaster, damit sie auch unabhängig vom P-BUS bedient werden können.

Technische Daten nach philippi-Katalog N° 26, Kapitel P-BUS (S. 26–37).