Energie an Bord erzeugen: Lichtmaschine, Solar, Landstrom

Kurz beantwortet

Die Serienlichtmaschine ist für den Motor ausgelegt, nicht für eine große Verbraucherbatterie-Bank: Sie liefert im Leerlauf oft nur 30 bis 40 A und beendet die Ladung mit ihrem einstufigen Regler faktisch bei rund 80 Prozent. Mehr Ladeleistung entsteht erst aus Hochleistungslichtmaschine plus externem Mehrstufenregler — dazu passendes Riemensystem, Temperaturfühler und, bei Lithium, Schutz gegen Lastabwurf. Solar rechnet man nicht nach Nennleistung, sondern nach Tagesertrag; Landstrom braucht Fehlerstromschutz und einen Umgang mit dem Schutzleiter, der die Korrosion nicht verschlimmert.

Energie an Bord kommt aus drei Quellen: aus dem Motor, aus der Sonne und aus dem Landanschluss. Jede hat eine andere Charakteristik, eine andere Regelung und eine andere Schwäche. Dieser Fachbereich zeigt, wie man sie einzeln auslegt und danach zusammenschaltet, ohne dass sie sich gegenseitig stören.

Die drei Quellen im Vergleich

Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Leistung, sondern in der Verfügbarkeit. Eine Lichtmaschine liefert viel Strom, aber nur solange der Motor läuft. Solar liefert wenig Strom, dafür jeden Tag und ohne Zutun. Landstrom liefert unbegrenzt, aber nur am Liegeplatz.

Quelle Typische Leistung Verfügbarkeit Kritischer Punkt
Lichtmaschine, Serienausführung 30–40 A im Leerlauf nur bei Motorlauf einstufiger Regler, wird nie voll
Lichtmaschine, Hochleistung mit externem Regler 70–250 A nur bei Motorlauf Riemen, Kühlung, Lastabwurf
Solar je nach Fläche, meist 20–100 Ah/Tag täglich, wetterabhängig Verschattung, realistische Ertragsrechnung
Landstrom mit Ladegerät 15–100 A nur am Liegeplatz Absicherung, Fehlerstromschutz, Korrosion
Ladewandler aus der Starterbatterie 10–60 A bei Motorlauf Auslegung auf Leitung und Lichtmaschine

Die Zeile, die in der Planung am häufigsten fehlt, ist die erste: Eine serienmäßige Lichtmaschine ist dafür gebaut, den Motor zu versorgen — nicht dafür, eine große Verbraucherbatterie-Bank zu füllen.

Die Lichtmaschine

Die Serienlichtmaschine eines Dieselmotors liefert im Leerlauf oft nur 30 bis 40 Ampere und arbeitet mit einem einfachen, meist einstufigen Regler. Der hält eine feste Spannung und beendet die Ladung damit faktisch bei etwa 80 Prozent. Wer täglich zwei Motorstunden hat und eine Batterie-Bank mit 400 Ah versorgen will, kommt damit nie an.

Eine Hochleistungslichtmaschine ändert zwei Dinge gleichzeitig: Sie liefert deutlich mehr Strom, und zwar bereits bei niedriger Drehzahl, und sie lässt sich von einem externen Mehrstufenregler steuern. Erst dieser Regler macht aus der Lichtmaschine ein vollwertiges Ladegerät mit Kennlinie, Temperaturkompensation und einer Abschaltung, die zum Batterietyp passt.

Wie groß sie sein darf, entscheidet nicht der Wunsch, sondern die Batterie: Nassbatterien nehmen bis etwa 25 Prozent ihrer Kapazität als Ladestrom an, Gel bis 35, Standard-AGM bis 40, TPPL- und Kohleschaum-AGM bis 100 Prozent. Eine Batterie-Bank mit 300 Ah AGM-Zellen passt damit zu rund 120 Ampere.

Drei mechanische Punkte entscheiden darüber, ob der Umbau hält: die Befestigungsgeometrie am Motor, die Riemenscheibe und die Riemenart. Oberhalb von etwa 100 Ampere bei 12 Volt reicht ein einfacher Keilriemen nicht mehr — dann sind Doppelkeil- oder Rillenriemen nötig, gegebenenfalls mit Umrüstsatz.

WarnungWer auf LiFePO4 umrüstet, muss die Lichtmaschine gegen Lastabwurf schützen. Trennt das Batteriemanagement unter Last, verschwindet die Batterie schlagartig aus dem Bordnetz, und die entstehende Spannungsspitze zerstört Dioden und Regler. Ein Schutzmodul zwischen B+ und B- ist die einfachste Absicherung dagegen, eine Pufferbatterie oder ein Ladewandler die gründlichere.

Umrüstung auf Hochleistungslichtmaschinen

Von der Ladeakzeptanz der Batterie-Bank über Leistungsklasse, Montageart und Riemensystem bis zum Regler — die Auswahl in sechs Schritten, mit den Grenzwerten je Riementyp und den Angaben, die eine Anfrage braucht.

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Zwei Batteriekreise verbinden

Sobald es eine Starter- und eine Verbraucherbatterie-Bank gibt, stellt sich die Frage, wie beide aus derselben Quelle geladen werden, ohne dass die eine die andere leert. Dafür gibt es drei Bauarten, und sie sind nicht austauschbar.

Ein Trennrelais verbindet beide Kreise, sobald eine Ladespannung anliegt, und trennt sie wieder, wenn sie wegfällt. Einfach, günstig, verlustarm — aber beide Batterie-Bänke sehen dieselbe Spannung. Das setzt voraus, dass sie dieselbe Ladekennlinie vertragen.

Ein Ladewandler entkoppelt die Kreise elektrisch. Er nimmt Energie aus dem einen Kreis auf und gibt sie mit eigener, einstellbarer Kennlinie an den anderen ab. Das ist die richtige Antwort, wenn die Batterie-Bänke unterschiedliche Technologien haben — Bleistarter, Lithiumversorger — oder wenn die Ladespannung am Ende einer langen Leitung nicht mehr ausreicht.

Eine Trenndiode ist die älteste Variante und kostet Spannung: Sie fällt über der Diode ab und fehlt der Batterie. Ohne Ausgleich an der Lichtmaschine bleiben beide Batterie-Bänke unterversorgt.

Ladewandler, Booster oder Trennrelais

Welche Bauart bei welcher Konstellation passt, wie der Booster auf Leitung und Lichtmaschine ausgelegt wird und warum die größte Variante selten die richtige ist.

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Solar

Solar ist die einzige Quelle, die ohne Zutun läuft, und deshalb die einzige, die eine Batterie-Bank über Wochen halten kann. Sie ist zugleich die Quelle, bei der am häufigsten falsch gerechnet wird.

Die Nennleistung eines Moduls in Watt-Peak gilt unter Laborbedingungen. In der Praxis liegt der Tagesertrag im mitteleuropäischen Sommer größenordnungsmäßig beim Vier- bis Fünffachen der Nennleistung in Wattstunden, im Winter bei einem Bruchteil davon. Wer mit den Datenblattwerten plant, plant die Hälfte der nötigen Fläche ein.

Beim Regler stellt sich nur eine echte Frage: Ist die Anlage groß genug oder die Modulspannung hoch genug, dass sich ein MPPT-Regler lohnt? Er sucht laufend den Arbeitspunkt mit der höchsten Leistung und holt gegenüber einer einfachen Regelung besonders bei Kälte und Teilverschattung deutlich mehr heraus.

Solaranlage auslegen: Ertrag realistisch rechnen

Vom Tagesverbrauch zur Modulfläche — mit Ertragsfaktoren über das Jahr, dem Einfluss von Verschattung und der Frage, wann sich MPPT gegenüber einfacher Regelung rechnet.

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Landstrom

Der Landanschluss ist die einzige Quelle, bei der Wechselspannung ins Spiel kommt, und damit die einzige, bei der ein Fehler unmittelbar Personen gefährdet. Entsprechend anders sind die Anforderungen: Fehlerstromschutz, definierte Trennung beim Umschalten zwischen Quellen und ein Umgang mit dem Schutzleiter, der die Korrosion nicht verschlimmert.

Denn genau das passiert, wenn der Schutzleiter mehrere Boote am selben Steg verbindet: Es entsteht ein Pfad für galvanische Korrosion über das Wasser. Ein galvanischer Isolator oder ein Trenntransformator unterbricht diesen Pfad, ohne die Schutzfunktion aufzuheben.

Landstrom anschließen und absichern

Was eine Landanschlusseinheit leisten muss, wie umgeschaltet wird und warum der Schutzleiter am Liegeplatz zum Korrosionsproblem wird.

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Mehrere Quellen zusammenschalten

Sobald zwei Quellen gleichzeitig laden, konkurrieren ihre Regelungen. Jede misst die Batteriespannung und leitet daraus ab, in welcher Ladephase sie sich befindet. Hebt eine Quelle die Spannung an, schließt die andere daraus auf eine vollere Batterie, als tatsächlich vorliegt, und nimmt sich zurück.

Praktisch heißt das: Die Ladeschlussspannungen aller Quellen müssen zueinander passen und alle zum Batterietyp. Eine Quelle mit veralteter Bleikennlinie in einem Lithiumsystem bremst nicht nur — sie verhindert, dass die Batterie-Bank je die Synchronisationsschwelle des Batteriemonitors erreicht. Wo die Regelungen über ein Bussystem miteinander sprechen, löst sich das Problem von selbst, weil dann eine Instanz die Ladung führt.

Typische Fehler

  • Nur die Batterie getauscht. Eine Lithiumbatterie-Bank hinter einer unveränderten Serienlichtmaschine wird weder voll noch sicher geladen.
  • Lichtmaschine ohne Blick auf die Ladeakzeptanz gewählt. Eine große Maschine an einer Nassbatterie-Bank bringt nichts.
  • Riemen nicht angepasst. Über 100 Ampere rutscht ein einfacher Keilriemen, staubt und reißt.
  • Kein Temperaturfühler an der Lichtmaschine. Ein externer Regler ohne Fühler regelt ins Blaue und kann die Maschine überhitzen.
  • Kein Schutz gegen Lastabwurf. Der Ausfall kommt nicht schleichend, sondern in dem Moment, in dem das BMS trennt.
  • Solarertrag nach Nennleistung gerechnet. Ergibt regelmäßig die halbe nötige Fläche.
  • Ladeschlussspannungen nicht abgeglichen. Zwei Quellen mit unterschiedlicher Kennlinie bremsen sich gegenseitig aus.
  • Ladewandler zu groß gewählt. Er zieht dann mehr, als Lichtmaschine und Leitung hergeben.

Normen und Vorschriften

ISO 13297:2020 deckt seit ihrer aktuellen Ausgabe beide Seiten ab: Gleichstromanlagen bis 50 V Nennspannung und einphasige Wechselstromanlagen bis 250 V. Für die Ladeseite heißt das vor allem: Jede Ladequelle mit eigener Leitung zur Batterie braucht eine Absicherung dieser Leitung, und zwar nahe an der Batterie — nicht am Gerät.

Auf der Wechselstromseite kommen Fehlerstromschutz und die Frage der Umschaltung hinzu. Zwei Quellen dürfen nie gleichzeitig aufgeschaltet sein; die Umschaltung muss zwangsläufig trennen, bevor sie verbindet. Im nordamerikanischen Raum regelt ABYC die Anforderungen an Ladesysteme zusätzlich und verlangt bei Lithiumsystemen ausdrücklich ein Batteriemanagement, das die Batterie innerhalb ihres sicheren Betriebsbereichs hält.

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FAQ

Häufige Fragen

Reicht meine Serienlichtmaschine für eine Lithiumbatterie-Bank?

In aller Regel nicht. Sie liefert zu wenig Strom, ihr einstufiger Regler lädt nicht auf die richtige Schlussspannung, und sie ist gegen den Lastabwurf beim Abschalten des Batteriemanagements nicht geschützt. Eine Batterie-Bank aus LiFePO4-Zellen nimmt außerdem Strom an, bis der Regler ihn begrenzt — eine Standardlichtmaschine läuft dabei dauerhaft am Anschlag und überhitzt. Nötig sind ein externer Regler mit Temperaturfühler und ein Schutz gegen Spannungsspitzen, oft zusätzlich ein Ladewandler.

Ein Trennrelais genügt, wenn beide Batterie-Bänke dieselbe Technologie und damit dieselbe Ladekennlinie haben und die Leitung kurz ist. Sobald die Technologien sich unterscheiden — Bleistarter, Lithiumversorger — oder die Ladespannung am Ende der Leitung nicht mehr ausreicht, braucht es einen Ladewandler, weil nur er eine eigene Kennlinie erzeugt. Der Vergleich steht in Ladewandler, Booster oder Trennrelais.

90 Ah bei 12 V sind rund 1.080 Wattstunden. Im mitteleuropäischen Sommer liefert ein Modul größenordnungsmäßig das Vier- bis Fünffache seiner Nennleistung als Tagesertrag in Wattstunden — dafür sind also etwa 220 bis 270 Wp nötig, unverschattet und günstig ausgerichtet. Im Winter reicht dieselbe Fläche für einen Bruchteil davon. Wer ganzjährig autark sein will, rechnet nicht mit dem Sommerwert.

Weil jede Quelle die Batteriespannung misst und daraus ihre Ladephase ableitet. Hebt eine Quelle die Spannung an, schließt die andere auf eine vollere Batterie und nimmt sich zurück. Die Ladeschlussspannungen aller Quellen müssen deshalb zueinander und zum Batterietyp passen. Sprechen die Regelungen über ein Bussystem miteinander, führt eine Instanz die Ladung und das Problem entfällt.

Oberhalb von etwa 100 Ampere reicht ein einfacher Keilriemen nicht mehr aus — er rutscht, staubt und verschleißt schnell. Dann sind ein Doppelkeilriemen oder ein Rillenriemen nötig, bei älteren Motoren zusammen mit einem Umrüstsatz für die Riemenscheiben. Das gehört in die Planung, nicht in die Montage: Ein Umrüstsatz ist kein Zubehör, das man nachbestellt.

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