Eine Tauchsonde misst den Druck der Flüssigkeitssäule über sich. Dieser Druck hängt allein von der Höhe ab — nicht von der Breite, nicht von der Form, nicht von Einbauten. Das macht das Verfahren zur robustesten Lösung für Tanks, die keine einfache Geometrie haben.
Das Messprinzip
Die Sonde wird bis zum Tankboden abgehängt und misst dort den hydrostatischen Druck. Eine Säule von einem Meter Wasser erzeugt immer denselben Druck, unabhängig davon, ob der Tank schmal oder breit ist. Die Umrechnung von Höhe in Volumen übernimmt danach die Anzeige.
Es gibt keine beweglichen Teile. Das ist der zweite große Vorteil neben der Formunabhängigkeit: Nichts kann verklemmen, nichts verschleißt mechanisch.
Der Messbereich reicht bis 200 mbar bei einer Auflösung von 1 cm und einer maximalen Tankhöhe von 200 cm. Das Ausgangssignal ist ein Stromsignal von 4–20 mA im Zweileiterprinzip — unempfindlich gegen lange Leitungen, weil der Strom über die ganze Strecke gleich bleibt.
Der Luftschlauch im Kabel
Ein Detail, das entscheidet, ob die Messung stimmt: Im PUR-Anschlusskabel verläuft ein dünner Luftschlauch zum rückseitigen Druckausgleich.
Der Grund ist einfach. Die Sonde misst den Druck der Flüssigkeitssäule — aber auf dieser Säule liegt zusätzlich der Luftdruck. Ohne Ausgleich würde jede Wetteränderung als Pegeländerung erscheinen. Der Schlauch führt den Umgebungsdruck an die Rückseite des Messelements, sodass sich beide Anteile aufheben.
WarnungDas Kabelende mit dem Luftschlauch muss trocken bleiben und darf nicht abgedichtet oder gequetscht werden. Ein zugedrücktes oder feuchtes Ende hebt den Druckausgleich auf — die Sonde misst dann Wetter mit.
TDS oder TDN: die Medienfrage
Die beiden Ausführungen unterscheiden sich in den freigegebenen Medien:
- TDS 200 — zusätzlich für Diesel freigegeben, dazu Wasser, Abwasser und Fäkalien.
- TDN 200 — für Wasser, Abwasser und Fäkalien.
Nicht geeignet sind beide für Benzin, Kerosin und Petroleum sowie für explosionsgefährdete Bereiche. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Grenze — hier gehört geprüft, welche Lösung zulässig ist.
Das Sondengehäuse besteht aus Edelstahl 1.4404, das Tauchkabel aus ölbeständigem PUR in 2,5 m Länge. Der Arbeitstemperaturbereich liegt bei 0–40 °C — der Punkt, an dem man bei Außentanks in kalten Regionen genauer hinsehen sollte.
Einbau
Ein Montageflansch gehört zum Lieferumfang. Die Sonde wird durch die Tankdecke abgehängt, bis sie den Boden erreicht — dort bleibt sie liegen.
Drei Punkte lohnen die Aufmerksamkeit:
- Die Sonde soll ruhig liegen. An einer Stelle, wo sie durch einlaufendes Wasser oder die Entnahme ständig bewegt wird, schwankt der Messwert.
- Das Kabel braucht eine Zugentlastung oberhalb der Durchführung. Das Gewicht der Sonde darf nicht dauerhaft an der Dichtung hängen.
- Die Höhe der Sonde über dem Boden ist der Nullpunkt der Messung. Liegt sie auf einer Ablagerung auf, misst sie zu wenig.
Anschluss an die Anzeige
Die Betriebsspannung von 10–30 V DC kommt über die Messleitung — ein separates Versorgungskabel entfällt.
Die Sonde arbeitet direkt mit den gängigen Tankmonitoren und im P-Bus-System über das Tankinterface, das 4–20 mA als Sensortyp kennt. Sind dagegen analoge Rundinstrumente vorhanden, wandelt das Universal-Tankinterface das Stromsignal in ein Widerstands- oder Spannungssignal — dann bleibt die vorhandene Anzeige erhalten.
Typische Fehler
- Luftschlauch abgedichtet oder gequetscht. Die Sonde misst dann Luftdruckänderungen mit.
- Falsche Ausführung für Diesel. Nur eine der beiden ist dafür freigegeben.
- In Benzin eingesetzt. Dafür sind beide ausdrücklich nicht zugelassen.
- Sonde hängt frei statt am Boden. Dann fehlt der untere Teil des Messbereichs.
- Kabel ohne Zugentlastung. Das Gewicht der Sonde hängt sonst dauerhaft an der Durchführung.
