Der Connect Hub ist der Punkt, an dem die Verkabelung eines Bordnetzes entweder übersichtlich wird oder es nie wird. Er nimmt Tanksensoren, Shunt und Batterieleitungen auf und gibt alles über ein einziges Kabel an das Display weiter. Das klingt banal — es entscheidet aber darüber, wie viele Adern durch das Fahrzeug oder Schiff laufen.
Was der Hub verändert
Ohne Hub gilt: jede Messgröße, eine Leitung, und diese Leitung geht bis zum Anzeigegerät. Vier Tanks, ein Shunt, zwei Batteriespannungen — das sind schnell ein Dutzend Adern, die vom Technikschrank quer bis zum Panel gezogen werden müssen. Jede dieser Adern muss verlegt, beschriftet, gegen Scheuern gesichert und am Ende richtig aufgelegt werden.
Mit Hub gilt: Alle Sensoren enden dort, wo sie ohnehin sitzen — im Technikbereich neben Batterie und Verteilung. Zum Display führt nur noch das eine Hub-Kabel, für das zehn Meter zur Verfügung stehen. Das reduziert nicht nur die Arbeitszeit, es reduziert die Anzahl möglicher Fehlerstellen im gleichen Verhältnis.
Wo der Hub sitzt
Der richtige Ort für den Hub ist nicht die Mitte der Strecke, sondern der Schwerpunkt der Sensoren. Praktisch heißt das: möglichst nah an Batterie, Shunt und Tankdurchführungen. Von dort ist der Weg zu jedem einzelnen Sensor kurz; der lange Weg wird einmal gegangen, nämlich mit dem Hub-Kabel zum Display.
Das Gehäuse misst 100 x 100 x 30 mm und braucht damit wenig Platz. Sinnvoll ist eine Stelle, die trocken ist und an die man ohne Ausbau herankommt — nicht, weil der Hub Wartung braucht, sondern weil jede spätere Erweiterung dort stattfindet. Wer den Hub hinter eine verschraubte Verkleidung setzt, baut sie beim nächsten zusätzlichen Tanksensor wieder ab.
Reihenfolge beim Auflegen
Der Anschluss am Hub ist werkzeuglos. Das verführt dazu, einfach loszulegen. Eine feste Reihenfolge spart trotzdem Zeit:
- Erst der Shunt. Er ist die Messstelle, von der alle Batteriewerte abhängen, und er sitzt am unbeweglichsten von allen Komponenten. Ist er auf, steht die Geometrie.
- Dann die Batteriespannungen. Verbraucherbank zuerst, Starterbatterie danach — in derselben Reihenfolge, in der sie später auf dem Display erscheinen sollen.
- Dann die Tanks, und zwar sortiert nach Nutzung: Frischwasser, Grauwasser, Schwarzwasser, Treibstoff. Diese Reihenfolge einmal festzulegen und konsequent durchzuhalten, erspart später jede Suche.
- Zuletzt das Hub-Kabel zum Display. Erst wenn alles andere sitzt, denn dieses Kabel ist das einzige, das durch das Fahrzeug gezogen wird.
HinweisJede Ader beim Auflegen beschriften, auch wenn der Hub übersichtlich aussieht. Beim Einbau weiß man, welches Kabel zu welchem Tank gehört. Zwei Jahre später weiß es niemand mehr, und die Tanks liegen unter dem Boden.
Welche Sensoren gehen an den Hub
Der Hub ist für die Sensorik der Bordüberwachung gedacht: Tanksensoren, Shunts und Batterieanschlüsse. Für die Tankseite heißt das, dass die gängigen Signalarten dort zusammenkommen — Widerstandsgeber, Stromsignale und Spannungssignale aus Ultraschallmessung.
Wichtig ist die Trennung im Kopf: Der Hub bündelt Messsignale. Er ist kein Sicherungsverteiler und kein Schaltmodul. Laststromkreise gehören auf die Verteilung, geschaltete Verbraucher auf ein Schaltmodul. Wer versucht, Leistung über die Sensorebene zu führen, bringt Störungen genau dorthin, wo sie am meisten schaden — in die Messung.
Das Hub-Kabel verlegen
Zehn Meter klingen großzügig und sind es meistens auch. Trotzdem lohnt sich vor dem Verlegen ein Blick auf die reale Strecke: Kabel gehen nicht diagonal durch den Raum, sondern an Kanten entlang, um Möbel herum und mit Reserve an beiden Enden. Aus sechs Metern Luftlinie werden so schnell neun Meter Kabelweg.
Sinnvoll ist ein Leerrohr, auch wenn im Moment nur ein Kabel hindurchgeht. Es ist der einzige Zeitpunkt, zu dem das Verlegen nichts kostet — nachträglich bedeutet es Ausbau.
Getrennt geführt wird das Signalkabel von Leitungen, die große Ströme schalten: Wechselrichterzuleitungen, Ankerwinde, Bugstrahlruder. Parallel und dicht über mehrere Meter geführt, koppelt deren Schaltvorgang messbar ein. Kreuzen ist unkritisch, langes Nebeneinanderliegen nicht.
Prüfen, bevor die Verkleidung zugeht
- Jeder Tank meldet einen plausiblen Wert. Nicht den richtigen — dafür fehlt die Kalibrierung — aber einen, der sich beim Befüllen bewegt.
- Der Batteriestrom hat das richtige Vorzeichen. Laden positiv, Entladen negativ.
- Beide Batteriespannungen erscheinen und liegen in plausibler Höhe.
- Alle Adern sind beschriftet und die Belegung ist notiert — ein Foto vom offenen Hub genügt.
- Das Hub-Kabel hat an beiden Enden Zugentlastung und liegt nicht auf Zug.
Typische Fehler
- Hub am Display statt an der Technik. Dreht den Vorteil um: Dann laufen alle Sensorleitungen quer durchs Schiff und nur die Batterieleitung ist kurz.
- Hub hinter verschraubter Verkleidung. Jede spätere Erweiterung beginnt mit Demontage.
- Unbeschriftete Adern. Der Fehler, der beim Einbau nichts kostet und bei jeder Fehlersuche danach.
- Signalkabel parallel zur Wechselrichterzuleitung. Zeigt sich als Zappeln der Anzeige genau dann, wenn große Lasten schalten.
- Kein Leerrohr. Solange nur ein Kabel läuft, scheint es überflüssig. Beim zweiten ist es nicht mehr nachrüstbar.
