P-Bus und NMEA 2000 nutzen dasselbe M12-Steckverbindersystem. Sie zusammenzustecken ist trotzdem nicht zulässig — und der Grund dafür ist kein technischer Formalismus, sondern eine bewusste Trennung zweier Netze mit unterschiedlichen Aufgaben.
Warum nicht direkt
Der P-Bus ist aus Sicherheitsgründen kein NMEA-2000-zertifiziertes System. Er führt Daten, die im Bordnetz Schaltvorgänge auslösen — Verbraucher schalten, Hauptschalter trennen —, und ist deshalb bewusst ein eigenständiges Netz. Ein Navigationsnetzwerk, an dem Geräte verschiedenster Hersteller hängen, ist dafür nicht der richtige Ort.
Die Kopplung erfolgt deshalb ausschließlich über die Bridge CBN. Sie liest die P-Bus-Daten, konvertiert sie in NMEA-2000-Nachrichten und gibt sie in das Navigationsnetz — in eine Richtung, sauber getrennt.
NMEA-2000-Kabel im P-Bus zu verwenden, ist dagegen unproblematisch. Es ist dieselbe Leitung, dieselbe Steckverbindung. Nur die beiden Netze bleiben getrennt.
Welche Daten übertragen werden
Die Bridge überträgt die Bordnetzdaten als standardisierte NMEA-2000-Nachrichten, sogenannte PGNs. Unterstützt werden:
- 127501 — Zustand der Schaltbank, also welche Verbraucher geschaltet sind.
- 127505 — Füllstände der Tanks.
- 127506 — DC-Status.
- 127508 — Batteriestatus.
- 127744 und 127747 — AC-Leistung und -Spannung, Phase A.
- 127750 — Konverterstatus.
Damit stehen die wesentlichen Bordnetzwerte auf dem Kartenplotter zur Verfügung: Batterie, Tanks, DC- und AC-Anlage.
Der entscheidende Vorbehalt: der Plotter
Eine übertragene Nachricht ist noch keine dargestellte Nachricht. Ob und wie ein PGN angezeigt wird, entscheidet der Kartenplotter — abhängig vom Hersteller und vom Softwarestand.
Praktisch heißt das: Vor der Anschaffung gehört geprüft, welche PGNs das vorhandene Gerät darstellen kann. Tankfüllstände und Batteriestatus sind weit verbreitet, der Zustand einer Schaltbank deutlich seltener. Eine Enttäuschung an dieser Stelle liegt nicht an der Bridge, sondern an der Erwartung.
HinweisDie Frage lautet nicht „unterstützt mein Plotter NMEA 2000“ — das tun alle —, sondern „welche PGNs stellt er dar“. Diese Liste steht im Handbuch des Plotters und ändert sich mit Software-Updates.
Anschluss und Stromversorgung
Die Bridge wird auf beiden Seiten über M12-T-Kabel angeschlossen; beide liegen bei. Auf der einen Seite hängt sie am P-Bus, auf der anderen am NMEA-2000-Netz.
Ihre Stromversorgung bezieht sie aus dem NMEA-2000-Netzwerk — ein separates Versorgungskabel entfällt. Das ist bequem, hat aber eine Konsequenz für die Planung: Die Bridge zählt als Teilnehmer im Strombudget des Navigationsnetzes, nicht in dem des P-Bus.
Beim Einbau gelten die üblichen Busregeln zweimal: Beide Netze bleiben je eine Linie mit zwei Abschlüssen. Die Bridge ist ein Teilnehmer an jedem der beiden — sie verbindet sie, ohne sie zu einem zu machen.
Was die Bridge nicht tut
Sie macht Bordnetzdaten im Navigationsnetz sichtbar. Sie macht den P-Bus nicht vom Plotter aus bedienbar, und sie holt keine Navigationsdaten in den P-Bus.
Wer Verbraucher schalten will, tut das weiterhin über den System-Monitor. Das ist keine Einschränkung, sondern genau die Trennung, die den P-Bus zu einem eigenständigen Netz macht.
Nach dem Einbau prüfen
- Beide Netze haben ihre zwei Abschlüsse — die Bridge ersetzt keinen Terminator.
- Die Bridge erscheint im Geräteleverzeichnis des Plotters.
- Batteriewerte kommen an und stimmen mit dem System-Monitor überein.
- Tankwerte kommen an — und falls nicht, ist zuerst zu prüfen, ob der Plotter PGN 127505 darstellt.
- Das Strombudget des NMEA-Netzes berücksichtigt die Bridge.
Typische Fehler
- Direkte Verbindung beider Netze. Der Stecker passt, zulässig ist es nicht.
- Vom Plotter aus schalten wollen. Die Bridge überträgt Daten, sie öffnet keine Bedienung.
- PGN-Liste des Plotters nicht geprüft. Der häufigste Grund für fehlende Anzeigen.
- Bridge als Abschluss gezählt. Beide Netze brauchen weiterhin je zwei Terminatoren.
- Strombudget des NMEA-Netzes vergessen. Die Bridge versorgt sich von dort.
