Der P-Bus ist eine Linie, keine Sternverteilung. Diese eine Eigenschaft bestimmt die gesamte Verkabelung — und fast jeder Fehler, der später als sporadischer Aussetzer auftritt, geht darauf zurück, dass sie beim Verlegen nicht beachtet wurde.
HinweisEine BullTron-Batterie wird vor dem ersten Busbetrieb einmalig umgestellt — über zwei Apps, nicht über die Verkabelung. Der Ablauf steht im Beitrag BullTron-Batterie für den P-Bus einrichten.
Die Topologie: eine Linie mit Abzweigen
Der P-Bus arbeitet auf CAN-Basis und nutzt das wasserdichte M12-Steckverbindersystem nach DeviceNet-Standard — dasselbe System, das auch in NMEA-2000-Netzwerken verbaut wird. Der Aufbau folgt immer demselben Muster:
- Eine durchgehende Hauptleitung von einem Ende der Anlage zum anderen.
- An dieser Leitung sitzen T-Stücke, die jeweils einen Abzweig bereitstellen, ohne die Hauptleitung zu unterbrechen.
- Von jedem T-Stück führt eine kurze Stichleitung zum jeweiligen Gerät.
- An beiden Enden der Hauptleitung sitzt ein Terminator.
Was nicht funktioniert: von einem zentralen Punkt aus zu jedem Gerät eine eigene lange Leitung ziehen. Das sieht auf dem Papier ordentlich aus, erzeugt aber Signalreflexionen. Der Bus läuft dann meistens — und fällt gelegentlich aus, ohne erkennbaren Anlass.
Terminatoren: zwei, nicht einer
Der Abschlusswiderstand sitzt am jeweils letzten Gerät einer Busleitung und verhindert, dass das Signal am Leitungsende zurückläuft und sich mit den nachfolgenden Daten überlagert. Benötigt werden zwei Stück — einer an jedem Ende. Die M12-Terminatoren gibt es in männlicher und weiblicher Ausführung, weil die beiden Leitungsenden unterschiedlich enden.
Bei den System-Monitoren PSM 3, PSL und PSL Plus sind ein M12-T-Kabel und beide Terminatoren im Lieferumfang enthalten. Wer mit einem dieser Monitore anfängt, hat die Abschlüsse also bereits da — und sollte sie nicht in der Schublade lassen.
WarnungEin Bus ohne Abschluss läuft auf kurzen Strecken oft trotzdem. Genau das macht den Fehler tückisch: Er fällt erst auf, wenn die Anlage wächst — und dann sucht man ihn beim zuletzt eingebauten Gerät, nicht bei der Verkabelung.
Kabellängen und T-Stücke
Die M12-P-Bus-Kabel gibt es in sechs Längen von 0,5 bis 10 Metern. Beim Planen gilt: Die Hauptleitung wird aus den langen Stücken gebildet, die Stichleitungen zu den Geräten aus den kurzen. Eine lange Stichleitung ist genau das, was die Linientopologie vermeiden soll.
Eine praktische Erleichterung: Alle P-Bus-Interfaces werden bereits mit einem T-Adapterkabel ausgeliefert. Man kauft also nicht für jedes Gerät ein T-Stück dazu, sondern nur die Verbindungskabel zwischen den Geräten. Wo mehrere Teilnehmer nah beieinander sitzen, spart ein mehrfaches T-Stück Steckverbindungen und damit potenzielle Fehlerstellen.
Für Sonderfälle — eine Durchführung, durch die kein konfektionierter Stecker passt — gibt es konfektionierbare M12-Kabelstecker und -dosen. Sie sind die Ausnahme, nicht die Regel: Jede selbst konfektionierte Verbindung ist eine Fehlerquelle mehr als eine werkseitig gefertigte.
Reihenfolge beim Aufbau
- Die Linie festlegen, bevor ein Kabel liegt. Wo ist Anfang, wo ist Ende, welche Geräte liegen dazwischen?
- Hauptleitung ziehen und die T-Stücke an den vorgesehenen Stellen setzen.
- Terminatoren an beide Enden — sofort, nicht „später noch“.
- Geräte einzeln anschließen und nach jedem prüfen, ob es am Monitor erscheint.
- Erst dann die Konfiguration der einzelnen Geräte.
Der vierte Punkt ist derjenige, der Zeit spart. Alle Geräte gleichzeitig anzuklemmen und dann zu suchen, warum eines fehlt, dauert ein Vielfaches.
Gleicher Stecker, anderes Netz
P-Bus und NMEA 2000 nutzen dasselbe M12-Steckverbindersystem. Daraus folgt aber nicht, dass man beide Netze zusammenstecken darf. Der P-Bus ist aus Sicherheitsgründen kein NMEA-2000-zertifiziertes System; eine direkte Verbindung ist nicht zulässig. Gekoppelt wird ausschließlich über die Bridge CBN.
NMEA-2000-Kabel im P-Bus zu verwenden, ist dagegen unproblematisch — es ist dieselbe Leitung. Nur die Netze bleiben getrennt.
Verlegen im Fahrzeug oder an Bord
- Nicht parallel zu Hochstromleitungen. Wechselrichterzuleitung, Ankerwinde, Bugstrahlruder — kreuzen ist unkritisch, langes Nebeneinanderliegen nicht.
- Zugentlastung an jedem Gerät. Das Gewicht der Leitung darf nicht am Steckverbinder hängen.
- Reserve an den Enden. Eine Schlaufe kostet wenig und rettet den nächsten Umbau.
- Steckverbindungen zugänglich lassen. Ein T-Stück hinter verschraubter Verkleidung ist bei der ersten Erweiterung ein Problem.
Typische Fehler
- Stern statt Linie. Der Klassiker — zeigt sich als sporadischer Aussetzer, nicht als klarer Ausfall.
- Nur ein Terminator. Oder gar keiner, weil die Anlage anfangs kurz war.
- Lange Stichleitungen. Der Abzweig zum Gerät gehört kurz, die Hauptleitung darf lang sein.
- P-Bus direkt an NMEA 2000. Der Stecker passt, zulässig ist es nicht — dafür gibt es die Bridge.
- Alle Geräte auf einmal angeschlossen. Macht aus fünf Minuten Prüfen eine Stunde Suchen.
