Der UTV misst berührungslos von oben durch die Tankdecke — ohne bewegliche Teile im Medium. Das macht ihn zur passenden Lösung für Abwasser- und Fäkalientanks. Es bringt aber drei Eigenheiten mit, die man vor dem Bohren kennen sollte.
Wie er misst
Der Sensor sitzt in der Tankdecke und sendet einen Ultraschallimpuls nach unten. Aus der Laufzeit bis zur Flüssigkeitsoberfläche und zurück errechnet er den Abstand — und daraus den Füllstand. Ausgegeben wird ein Spannungssignal von 0,5–2,5 V, das sich an die gängigen Tankmonitore anschließen lässt.
Weil nichts in die Flüssigkeit eintaucht, kann auch nichts verschmutzen oder mechanisch beschädigt werden. Genau deshalb ist er für Abwasser und Fäkalien empfohlen — dort, wo Schwimmergeber regelmäßig ausfallen.
Der erste Messwert liegt nach rund fünf Sekunden Einschaltdauer vor. Die Mittelungszeit beträgt 50 Sekunden — der Wert reagiert also bewusst träge und glättet damit kurzzeitige Bewegungen der Oberfläche.
Die Totzone: 2,5 Zentimeter
Direkt unter dem Sensor liegt ein Bereich von 2,5 cm, in dem nicht gemessen werden kann. Der Grund ist prinzipbedingt: In dieser Entfernung lassen sich Sendeimpuls und zurückkommendes Echo zeitlich nicht mehr voneinander trennen. Steht die Flüssigkeit dort, gibt es keinen brauchbaren Messwert — nicht einen ungenauen, sondern gar keinen.
Praktisch heißt das: Ein Tank, der bis unter die Decke gefüllt wird, meldet in den letzten 2,5 cm nichts Verwertbares. Genau dafür gibt es den Abstandsring UTS 25. Er ist 25 mm hoch — also exakt die Totzone — und setzt den Geber um diesen Betrag höher. Damit liegt die Totzone oberhalb des maximalen Füllstands, und der volle Tank wird wieder messbar.
Wo er nicht hingehört
Für Treibstoff- und Wassertanks empfiehlt der Hersteller andere Geber. Der Grund liegt im Messprinzip: Bei Krängung, Seegang oder vollständig gefülltem Tank liefert die Ultraschallmessung im oberen Totzonenbereich kein zuverlässiges Ergebnis — und bei diesen Medien ist gerade der volle Zustand der, auf den es ankommt.
Für Wasser und Diesel ist deshalb eine hydrostatische Tauchsonde die robustere Wahl: Sie misst unabhängig von der Tankform und kennt keine Totzone am oberen Ende.
Die Bohrung
Erforderlich ist eine Bohrung von mindestens 36 mm. Wird zusätzlich ein Schallführungsrohr eingebaut — und das sollte in den meisten Fällen so sein —, sind es 40 mm.
Diese Entscheidung fällt vor dem Bohren und nicht danach. Eine 36-mm-Bohrung auf 40 mm aufzuweiten ist am eingebauten Tank mühsam bis unmöglich — und die Späne fallen dabei in den Tank.
HinweisVor dem Bohren prüfen, ob der Sensor an der vorgesehenen Stelle senkrecht steht und freie Sicht nach unten hat. Eine Versteifung, ein Schwallblech oder eine schräge Tankdecke im Schallweg erzeugt Echos, die der Sensor für die Oberfläche hält.
Warum das Schallführungsrohr fast immer dazugehört
Das Schallführungsrohr UFT ist formal Zubehör und praktisch die Voraussetzung für brauchbare Werte in Bewegung. Es leistet drei Dinge:
- Es führt den Schall. Bei Schräglage und Wellengang bleibt der Messweg definiert, statt an einer schräg stehenden Oberfläche abgelenkt zu werden.
- Es schützt vor Schaum. Schaum auf der Oberfläche ist für Ultraschall eine schlechte Reflexionsfläche und liefert wandernde Werte.
- Es schützt vor Verschmutzung des Sensorbereichs.
In einem stehenden Tank, der nie in Bewegung gerät, kann man darauf verzichten. In allem, was fährt oder schwimmt, ist der Verzicht die häufigste Ursache für Werte, die springen.
Die richtige Länge wählen
Den UTV gibt es in zehn Einbaulängen von 20 bis 80 cm. Maßgeblich ist die Höhe des Tanks, nicht sein Volumen — gemessen von der Innenseite der Tankdecke bis zum Boden.
Wer zwischen zwei Längen liegt, sollte die Einbausituation prüfen: Ein zu langer Sensor sitzt zu tief, ein zu kurzer erfasst den unteren Bereich nicht mehr. Beides lässt sich nachträglich nur mit einer neuen Bestellung korrigieren. Wird ein Abstandsring verwendet, gehört dessen Bauhöhe in dieselbe Rechnung.
Anschluss und Betrieb
Die Eingangsspannung liegt bei 10–30 V, die Stromaufnahme bei 50 mA. Der Temperaturbereich reicht von −40 bis +85 °C und ist damit praktisch nie das begrenzende Element.
Das Ausgangssignal von 0,5–2,5 V geht an die gängigen Tankmonitore. In einem P-Bus-System wird der Geber über das Tankinterface eingebunden, das dieses Spannungssignal als Sensortyp kennt.
Typische Fehler
- Im Wasser- oder Treibstofftank eingesetzt. Bei Krängung, Seegang und vollem Tank wird die Messung unzuverlässig.
- Ohne Schallführungsrohr eingebaut. Funktioniert im Stand und springt in Bewegung.
- 36 mm gebohrt und dann das Rohr gewollt. Dafür braucht es 40 mm — die Entscheidung fällt vor dem Bohren.
- Hindernis im Schallweg. Versteifungen und Schwallbleche erzeugen falsche Echos.
- Voller Tank wird nicht angezeigt. Der Pegel steht in der Totzone von 2,5 cm — dafür gibt es den Abstandsring UTS 25.
