Der Einbau der PCU ist mechanisch unspektakulär — ein rechteckiger Ausschnitt, vier Kabel, fertig. Die Fehler passieren vorher: bei der Wahl des Einbauorts und bei der Frage, wo die Sensorleitungen zusammenlaufen. Dieser Beitrag geht die Reihenfolge durch, in der man den Einbau tatsächlich macht.
Ausschnitt und Platzbedarf
Die PCU hat ein Display von 144 x 90 mm und braucht einen Einbauausschnitt von 120 x 70 mm. Der sichtbare Rahmen deckt also rund zwölf Millimeter rundum ab — genug, um kleine Ungenauigkeiten beim Sägen zu verzeihen, aber nicht genug, um einen um einen Zentimeter verrutschten Ausschnitt zu kaschieren.
Vor dem ersten Schnitt lohnt sich eine Papierschablone in Originalgröße, die man an die vorgesehene Stelle klebt und einen Tag stehen lässt. Zwei Dinge zeigen sich dabei fast immer erst im Betrieb: ob man von der üblichen Sitz- oder Stehposition ohne Verrenkung auf das Display schaut, und ob Sonne oder eine Leuchte direkt darauf fällt. Ein Touchdisplay, das man nur im Gegenlicht ablesen kann, wird nicht benutzt.
Hinter dem Ausschnitt muss Platz für das Gehäuse und für die Steckverbinder bleiben. Wer das Display in eine dünne Möbelfront setzt, plant den Raum dahinter mit ein — Kabel, die eng am Gehäuse abknicken, sind die häufigste Ursache für Wackelkontakte, die Monate später auftreten.
Den Einbauort wählen
Die PCU ist Anzeige und Bedienteil zugleich. Sie gehört deshalb nicht dorthin, wo Platz ist, sondern dorthin, wo man ohnehin steht: an den Eingang, an die Küchenzeile, an den Steuerstand. Drei Kriterien entscheiden:
- Blickwinkel. Möglichst frontal, nicht von unten. Ein Display auf Kniehöhe wird schlecht abgelesen und noch schlechter bedient.
- Erreichbarkeit im Vorbeigehen. Wer Licht oder Heizung über das Display schaltet, will das im Stehen tun, nicht in der Hocke.
- Trockenheit. Das Gerät ist für den dauerhaften Einsatz an Bord gebaut, aber der Bereich hinter dem Panel sollte nicht der sein, in dem Kondenswasser sammelt.
Ein zweiter Anzeigeort ist in der Planung oft ein Thema. Bei der PCU führt das zu einer Grundsatzfrage: Sie ist die zentrale Einheit, nicht eine von mehreren. Wer an zwei Stellen bedienen will, plant das vor dem Sägen und nicht danach.
Verkabelung: ein Kabel statt vieler
Alle Schnittstellen sitzen im Display selbst — Zusatzmodule braucht die PCU nicht. Das heißt aber nicht, dass jede Sensorleitung bis zum Panel gezogen werden muss. Der vorgesehene Weg führt über den Connect Hub: Tanksensoren, Shunt und Batterieleitungen werden dort werkzeuglos aufgelegt, und vom Hub führt genau ein Kabel zum Display. Zehn Meter Länge stehen dafür zur Verfügung.
Der praktische Gewinn ist größer, als er klingt. Der Hub sitzt dort, wo die Technik ist — im Schrank neben Batterie und Verteilung. Dorthin sind die Wege kurz. Zum Display, das aus Bediengründen ganz woanders sitzt, geht dann nur noch eine einzige Leitung. Ohne Hub zieht man stattdessen jede Sensorader einzeln quer durch das Fahrzeug oder Schiff, und jede dieser Adern ist eine potenzielle Fehlerstelle.
HinweisDie Kabelwege vor dem Sägen festlegen, nicht danach. Der Ausschnitt lässt sich nicht mehr verschieben, das Leerrohr schon.
Spannungsversorgung
Die PCU arbeitet an 12 V und an 24 V. Die Versorgung gehört auf einen eigenen, klein abgesicherten Stromkreis — nicht auf denselben wie die Beleuchtung, und nicht hinter einen Schalter, der beim Verlassen ausgeschaltet wird. Ein Bordmonitor, der mit dem Licht ausgeht, verliert genau die Betriebsstunden aus der Zählung, die man später vermisst.
Für den Anschluss gilt dasselbe wie für jede Elektronik an Bord: Die Versorgungsleitung wird nahe an der Quelle abgesichert, nicht am Gerät. Die Sicherung schützt die Leitung, nicht das Gerät — und die Leitung ist auf ihrer ganzen Länge gefährdet.
Erste Inbetriebnahme
Nach dem Einschalten ist die sinnvolle Reihenfolge:
- Bordnetzspannung festlegen. 12 V oder 24 V — davon hängen alle Schwellwerte ab, die danach kommen.
- Batterie einrichten. Typ und Nennkapazität der Verbraucherbank eintragen, danach die Starterbatterie, wenn sie mitüberwacht wird.
- Tanks anlegen. Je Tank Sensortyp und Volumen. Die Feinheiten — Kennlinie, Kompensation bei unförmigen Tanks — kommen später, wenn man den realen Füllstand kennt.
- Verbraucher zuordnen, sofern Geräte über CI- oder CAN-Bus angebunden sind.
- Energiefluss prüfen. Erst wenn Quellen und Verbraucher stimmen, zeigt das Flussdiagramm etwas Verwertbares.
Die Kalibrierung der Tanks macht man nicht am Einbautag. Sie braucht mindestens einen vollen und einen leeren Zustand als Bezugspunkt — realistisch also die erste Reise.
Was nach dem Einbau geprüft gehört
- Vorzeichen des Batteriestroms. Beim Laden muss der Strom positiv sein. Ist er negativ, sind Batterie- und Lastseite am Shunt vertauscht.
- Ruhestrom. Alles aus: Der angezeigte Strom sollte klein sein, aber nicht exakt null. Exakt null heißt meist, dass die Messung nicht ankommt.
- Tankwerte im bekannten Zustand. Ein Tank, von dem man weiß, dass er voll ist, muss voll angezeigt werden — sonst stimmt Sensortyp oder Tankhöhe nicht.
- Displayhelligkeit bei Tag und bei Nacht. Beides einmal bewusst ansehen, bevor die Verkleidung wieder zugeht.
Typische Fehler beim Einbau
- Ausschnitt nach Displaymaß statt nach Ausschnittmaß. 144 x 90 mm ist das Display, 120 x 70 mm der Ausschnitt. Wer die erste Zahl sägt, hat ein Loch.
- Jede Sensorleitung einzeln zum Display. Funktioniert, kostet aber ein Vielfaches an Zeit und Fehlerquellen. Der Hub ist genau dafür da.
- Versorgung hinter dem Hauptlichtschalter. Der Monitor zählt nur, solange er Strom hat.
- Kein Platz hinter dem Panel. Steckverbinder brauchen Raum, Kabel brauchen Biegeradius.
- Kalibrierung am Einbautag erzwingen. Ohne bekannten Voll- und Leerzustand ist jede eingetragene Kennlinie geraten.
