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CMR-Relaismodule im Vergleich: 411, 412, 431, 811 und 232

6 Min Lesezeit
Kurz beantwortet

CMR 411 S: 4 Kanäle, 10 A, einpolig, mit Dimmer. CMR 412 S: dasselbe zweipolig. CMR 811 S: 8 Kanäle, 10 A, einpolig, mit Dimmer. CMR 431 S: 4 Kanäle, 30 A, einpolig, ohne Dimmer. CMR 232 S: 2 Kanäle, 30 A, zweipolig, ohne Dimmer. Alle fünf haben vier PWM-Kanäle beziehungsweise keinen, melden Schaltzustand und defekte Sicherungen an den Monitor und lassen sich im Notbetrieb über die Sicherung manuell überbrücken.

Fünf Relaismodule, drei Unterscheidungsmerkmale: Kanalzahl, Strom je Kanal und ob ein- oder zweipolig geschaltet wird. Dazu kommt bei drei von ihnen eine Dimmfunktion. Wer diese vier Fragen der Reihe nach beantwortet, landet zwangsläufig beim passenden Modul.

Die fünf Module auf einen Blick

  • CMR 411 S — 4 Kanäle, 10 A, einpolig, 4 PWM-Dimmerkanäle.
  • CMR 412 S — 4 Kanäle, 10 A, zweipolig, 4 PWM-Dimmerkanäle.
  • CMR 811 S — 8 Kanäle, 10 A, einpolig, 4 PWM-Dimmerkanäle.
  • CMR 431 S — 4 Kanäle, 30 A, einpolig, ohne Dimmfunktion.
  • CMR 232 S — 2 Kanäle, 30 A, zweipolig, ohne Dimmfunktion.

Die Systematik dahinter ist einfach: Wer 30 A je Kanal braucht, verzichtet auf die Dimmfunktion; wer dimmen will, bleibt bei 10 A. Und die zweipoligen Varianten haben jeweils die halbe Kanalzahl ihrer einpoligen Entsprechung bei gleicher Baugröße — zweipolig schalten kostet Platz.

Einpolig oder zweipolig — die Grundsatzfrage

Einpolig heißt: Nur die Plusleitung wird geschaltet, die Masse bleibt durchgehend verbunden. Das ist der Normalfall und für die meisten Verbraucher richtig.

Zweipolig heißt: Plus und Minus werden gleichzeitig getrennt, der Verbraucher ist danach potentialfrei. Das ist dort erforderlich, wo aus Sicherheits- oder Installationsgründen keine Verbindung zum Bordnetz bestehen darf — und dort sinnvoll, wo Kriechströme über die Masse zu Korrosion führen können.

Diese Frage gehört an den Anfang der Auswahl, weil sie sich nachträglich nicht ändern lässt: Ein einpoliges Modul wird nicht durch Umkonfiguration zweipolig.

Zehn oder dreißig Ampere

Maßgeblich ist wieder nicht der Dauerstrom des Verbrauchers allein, sondern seine Anlaufspitze. Beleuchtung, Elektronik und kleine Pumpen bleiben in aller Regel deutlich unter 10 A. Kompressor-Kühlboxen, größere Pumpen und Winden liegen beim Anlauf darüber — hier führt der Weg zu den 30-A-Modulen.

Der Preis dafür ist der Verzicht auf die Dimmfunktion. Das ist in der Praxis kein Verlust, weil die Verbraucher, die 30 A ziehen, ohnehin nicht gedimmt werden.

Die PWM-Dimmerkanäle

Drei Module bringen vier PWM-Steuerkanäle mit, über die sich dimmbare LED-Leuchten oder LED-Leistungstreiber mit passendem Steuereingang direkt vom System-Monitor aus regeln lassen.

Zwei Punkte sind dabei wichtig. Erstens sind es vier Dimmerkanäle — auch beim CMR 811 S mit seinen acht Schaltkanälen. Wer acht dimmbare Kreise plant, braucht ein zweites Modul. Zweitens muss das Leuchtmittel für diese Ansteuerung freigegeben sein; ein nicht dafür vorgesehenes Leuchtmittel flackert, brummt oder hält kürzer.

HinweisWelche Kreise gedimmt werden sollen, gehört in die Planung vor dem Kauf der Leuchtmittel — nicht in die Konfiguration nach dem Einbau.

Notbetrieb: das unterschätzte Merkmal

Alle fünf Module haben einen manuellen Notbetrieb. Durch Umstecken der Sicherung beziehungsweise des Sicherungsautomaten lässt sich jeder Ausgangskanal überbrücken — der Stromkreis bleibt bedienbar, und die Absicherung bleibt dabei erhalten.

Das ist der Punkt, der bei der Entscheidung für eine digitale Verteilung am meisten wert ist. Die naheliegende Sorge — was passiert, wenn die Steuerung ausfällt — ist damit beantwortet: Das Licht geht auch dann an, es geht nur nicht mehr über den Monitor.

Alle Module gibt es wahlweise mit ATO-Sicherung oder mit Sicherungsautomat. Der Automat ist wiederverwendbar, die ATO-Sicherung günstiger und im Ersatz überall zu bekommen.

Main/Secondary und Rückmeldung

Zwei Funktionen kommen bei allen Modulen aus der Busanbindung. Die Main/Secondary-Funktion lässt einen Schaltbefehl mehrere Ausgänge gleichzeitig ansteuern — etwa um Licht an mehreren Stellen zusammen zu schalten.

Die Rückmeldung ist im Alltag wichtiger: Schaltzustand und defekte Sicherungen erscheinen direkt am Monitor. Eine durchgebrannte Sicherung wird damit gemeldet, statt gesucht — und das ist der Unterschied zwischen fünf Minuten und einem Nachmittag.

Typische Fehler bei der Auswahl

  • Nach Kanalzahl ausgewählt, Polzahl vergessen. Einpolig lässt sich nicht nachträglich zweipolig machen.
  • Acht dimmbare Kreise am CMR 811 geplant. Es gibt vier Dimmerkanäle, nicht acht.
  • Nach Dauerstrom ausgelegt. Der Anlauf entscheidet, ob 10 A reichen.
  • Nicht dimmbare Leuchtmittel eingeplant. Die Freigabe steht im Datenblatt des Leuchtmittels.
  • Notbetrieb nicht dokumentiert. Er nützt nur, wenn im Ernstfall jemand weiß, dass es ihn gibt.
FAQ

Häufige Fragen

Wann brauche ich ein zweipoliges Modul?

Wenn der Verbraucher potentialfrei geschaltet werden muss, also Plus und Minus gleichzeitig getrennt werden sollen — aus Sicherheitsgründen oder um Kriechströme über die Masse zu vermeiden. Ein einpoliges Modul lässt sich nachträglich nicht umkonfigurieren.

Nein. Es hat acht Schaltkanäle, aber vier PWM-Dimmerkanäle. Wer acht dimmbare Kreise braucht, plant ein zweites Modul ein.

Jeder Ausgangskanal lässt sich durch Umstecken der Sicherung beziehungsweise des Sicherungsautomaten manuell überbrücken. Der Stromkreis bleibt bedienbar und die Absicherung erhalten — nur die Bedienung über den Monitor entfällt.

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