Anleitung Batterie-Ladegerät ACE 12/64

Das Batterie-Ladegerät ACE 12/64 lädt bis zu vier getrennte Batteriegruppen mit insgesamt 60 A. Die Anleitung erklärt Einbau, Anschluss der Batterien, die Wahl der Ladekennlinie per Druckknopf und die Bedeutung der LED-Anzeigen.

Stand der Anleitung: Version 2A, Juni 2023. Die Anleitung gilt für ACE 12/25, 12/44, 12/64, 24/20 und 24/30. Auf dieser Seite finden Sie die Inhalte für das ACE 12/64. Anleitung als PDF (Deutsch) · Zum Produkt: Batterie-Ladegerät ACE 12/64

Inhalt

Lieferumfang

  • Batterieladegerät
  • ein AC-Eingangssteckverbinder
  • ein DC-Ausgangssteckverbinder
  • ein Temperaturfühler Temp-ACE
  • die Bedienungsanleitung

Sicherheit und Einbauort

Die Installation muss ein Elektriker oder professioneller Installateur ausführen, bei Sportbooten nach ISO 13297. Arbeiten am Gerät nie unter Spannung: alle Energiequellen abschalten, Batterien über die Batterietrennschalter trennen, Ladegeräte und Lichtmaschinen ausschalten oder isolieren.

  • Die PE-Anschlussklemme muss geerdet und vor jedem anderen Anschluss verbunden sein. Das Gehäuse wird vor dem Einschalten mit der mitgelieferten Schraube verschlossen.
  • Das Gerät wird an einer senkrechten Wand montiert. Um das Ladegerät müssen 150 mm Platz bleiben, die Lufttemperatur am Eingang muss auch im Extremfall unter 65 °C liegen. Die heiße Luft muss an beiden Seiten entweichen können.
  • Keine Gegenstände auf oder an das Ladegerät stellen und nicht in der Nähe einer Hitzequelle, brennbarer Stoffe, Flüssigkeiten oder Gase einbauen. Feuchtigkeit, Salz und Staub fernhalten.
  • Das Gehäuse nicht anbohren oder bearbeiten.
  • Ein Batterieschalter gehört so nah wie möglich an die Batterien. Die Anleitung verlangt einen 30-mA-Fehlerstromschutz auf der AC-Seite (Empfehlung NFC 15-100).

Befestigung: 4 Rundkopfschrauben M5 (Kopfdurchmesser unter 10 mm), Befestigungsabstand 272 × 170 mm, Gehäuse 289 × 195 × 106 mm.

Anschlussplan und Verkabelung

Anschlussplan Batterieladegerät ACE 12/64 mit Fehlerstromschutzschalter, DC-Ausgängen, Leistungsschaltern und Sicherungen an den Batteriebanken

Maßzeichnung Batterieladegeräte ACE 12/44, 12/64 und 24/30 mit AC-Eingang, vier DC-Ausgängen und Befestigungsabstand 272 mm

AC-Seite: Das Netzkabel wird in die Winsta-Netzbuchse am Gerät gesteckt. Das Ladegerät arbeitet an einphasigen Netzen von 90 bis 265 V AC und 47 bis 65 Hz. Es ist in Betrieb, sobald es unter Netzspannung steht, und schaltet 20 Sekunden nach Wegfall der Netzspannung ab. Bei Generatorbetrieb zuerst die Verträglichkeit prüfen (Leistung, Spannung, Überspannung, Frequenz); beim Start des Generators sollte der AC-Eingang des Ladegeräts abgeschaltet sein. Überspannungsschäden sind von der Garantie ausgeschlossen.

Batterieseite: Batterien vor dem Stecken trennen. Vorher Polarität und Spannung mit einem geeichten Voltmeter prüfen und kontrollieren, ob Ladegerät und Batteriebänke in Spannung und Strom zusammenpassen. Der mitgelieferte Phoenix-Contact-Stecker wird von links nach rechts belegt:

Klemme Anschluss
-BAT Minus der Batterieanlage
+BAT E Plus Startbatterie
+BAT 1 Plus Batteriebank 1
+BAT 2 Plus Batteriebank 2
+BAT 3 Plus Batteriebank 3

Der maximale Kabelquerschnitt für den Ausgang beträgt beim ACE 12/64 35 mm². Nicht benutzte Ausgänge bleiben unbeschaltet. Jeder Ausgang kann den Nennstrom abgeben.

Störungen vermeiden: Mindestens 2 m Abstand zu empfindlichen Funkgeräten, AC-Netzkabel getrennt von Batterieladekabeln und mindestens 200 mm von Daten- und Steuerkabeln verlegen, am AC-Kabel keine weiteren Geräte anschließen.

Einstellungen per Druckknopf

Das Ladegerät wird mit dem Druckknopf „P“ oder über den P-BUS konfiguriert. Ein langer Druck (1 bis 2 Sekunden) wechselt in den Programmiermodus: die ON-LED (LED 1) leuchtet blau, die Ladephasen-LED (LED 2) weiß. Im Programmiermodus nennt die Blinkzahl der ON-LED das Programmierfeld, die Blinkzahl der Ladephasen-LED den Wert. Dauerleuchten der weißen LED bedeutet Wert 0. Ein kurzer Druck erhöht den Wert um eins; ein langer Druck speichert und springt zum nächsten Programmierfeld. Nach dem Speichern blinken beide LEDs blau. Wollen Sie den Zustand vor den Änderungen wiederherstellen, unterbrechen Sie die Stromzufuhr 60 Sekunden lang: Gespeichert wird erst beim Verlassen von Programmierfeld 3.

Programmierfeld 1: Batterietyp (Spannungen für 12 V; bei 24 V gelten die doppelten Werte)

Wert Batterietyp Floating Boost max. Boost max. Absorption
0 offen, freier Elektrolyt 13,4 V 14,1 V 2 h 4 h
1 (Werk) klassisch geschlossen (Blei dicht) 13,8 V 14,4 V 2 h 4 h
2 Gel 13,8 V 14,4 V 2 h 4 h
3 AGM (Refresh nicht für alle AGM-Typen empfohlen) 13,6 V 14,4 V 2 h 4 h
4 Spiralzellen 13,6 V 14,4 V 2 h 4 h
5 Blei-Kalzium-Zinn 14,4 V 15,1 V 2 h 4 h
6 Überwinterung/Standby, geschlossene Batterie 13,4 V 13,4 V 0 h 0 h
7 Netzgerätemodus 12,0 V 12,0 V 0 h 0 h
8 offen SP 13,2 V 14,8 V 2 h 4 h
9 LiFePO4 mit BMS 13,8 V 14,4 V 6 h 1 h
10 Stormline 13,7 V 14,5 V 2 h 6 h
11, 12 spezifisch 12,0 V 12,0 V 0 h 0 h
13 / 14 / 15 13 anpassbar über Bluetooth, 14 anpassbar über CAN-Bus, 15 nicht benutzt

Die Spannungen gelten an +BAT 1, +BAT 2, +BAT 3 und +BAT E bei 10 % des Nennstroms (Toleranz ±1 %). Beim Einschalten zeigt die Blinkzahl der Ladephasen-LED, welche Kurve aktuell verwendet wird. Der Wert springt nach 15 wieder auf 0.

Programmierfeld 2: Refresh und Boost

Wert Refresh Boost
0 aus aus
1 (Werk) aus ein
2 ein aus
3 ein ein

Boost (IUoU-Kennlinie) lädt schneller und ist zeitgesteuert; der Wechsel in die Floating-Phase erfolgt bei einem Batteriestrom unter 20 % des Nennstroms (bei LiFePO4 mit BMS unter 12 %). Boost aus ergibt eine reine IU-Kennlinie zur Erhaltungsladung, die nur bei stationär betriebenen Batterien im Dauerbetrieb in Frage kommt. Refresh legt periodisch eine Spannungserhöhung an, um die Batterie zu erhalten und Sulfatierung vorzubeugen.

Programmierfeld 3: CAN-Bus-Protokoll

Wert Protokoll
1 Cristec
2 Multibloc
3 (Werk) philippi P-BUS

philippi P-BUS ist voreingestellt und sollte nicht verändert werden. Nach einem langen Druck ist das Ladegerät wieder im normalen Betrieb.

Werkseinstellung: Blei geschlossen, Boost ein, Refresh aus, Standby aus. Dieser Kompromiss lädt offene Blei-, Gel-, AGM-, Spiralzellen- und LiFePO4-Batterien mit BMS zufriedenstellend. Bei Spezialbatterien lässt ein Installateur die Werte nach den Vorgaben des Batterieherstellers einstellen. philippi haftet nicht für Batterieschäden oder falsches Laden.

Temperaturfühler, OTD-Sensor und P-BUS

  • Temperaturkompensation: Der Temperaturfühler passt Absorptions- und Floating-Spannung an die Temperatur des Batterieraums an, mit -18 mV/°C bei 12-V-Modellen und -36 mV/°C bei 24-V-Modellen. Bei Überwinterung/Standby, Netzgerätemodus und LiFePO4 mit BMS wird nicht kompensiert.
  • OTD-Sensor (optional): Der digitale Eingang stoppt das Laden und löst Alarm aus, wenn er offen bleibt. Er lässt sich auch mit einem Relaiskontakt als Fern-Ein/Aus nutzen. Ab Werk sperrt ihn ein Jumper: Sensor an der Vorderseite anschließen und Jumper JP3 auf Position 1-2 stecken.
  • P-BUS: Dafür das optionale ACE-T-KABEL HPO (5 0411 1162) in eine der beiden sechspoligen Buchsen stecken, die zweite bleibt frei. Die Jumper JP1 und JP2 bleiben in der abgebildeten Position, die vier Mikroschalter bleiben auf 0000. Anzeige und Einstellung sind mit den Monitoren P-BUS System Monitor PSL und P-BUS System Monitor PSM3 möglich (die Anleitung nennt PSM und PSL).

Ladekurve

Mit Boost ein liefert das Gerät eine fünfstufige IUoU-Kennlinie mit automatischem wöchentlichem Recycling: Boost, Absorption, Floating, Refresh, Reboost.

  • Boost: startet nach dem Einschalten bei entladener Batterie, es fließt der maximale Strom.
  • Absorption: beginnt, wenn die Boost-Spannung erreicht ist, der Strom sinkt. Boost und Absorption dauern zusammen höchstens T Boost plus T Abs.
  • Floating: beginnt nach T Abs oder bei einem Strom unter 20 % des Nennstroms; die Spannung fällt auf den Floating-Wert.
  • Refresh: automatischer Wochenzyklus nach einem vollständigen Ladezyklus, alle 7 Tage ein zeitgesteuerter Spannungsschritt, auch bei ausgeschaltetem Refresh.
  • Reboost: neuer Zyklus mit Boost, wenn angeschlossene DC-Verbraucher es erfordern, nur innerhalb eines festgelegten Zeitraums.

Mit Boost aus liefert das Gerät eine einstufige IU-Kennlinie mit konstanter Spannung. Das Laden dauert dann länger.

LED-Anzeigen und Fehlerbehebung

Zwei LEDs an der Vorderseite zeigen den Zustand. Speichert das Gerät eine neue Konfiguration, blinken beide LEDs dreimal blau.

LED Anzeige Bedeutung
LED 1 „ON“ grün, leuchtet Ladegerät unter Spannung
LED 1 „ON“ grün, blinkt Standby-Modus
LED 1 „ON“ blau, blinkt Programmierung
LED 1 „ON“ aus Fehler: Wechselstromnetz fehlt oder ist beschädigt, Eingangssicherung gebrochen oder interne Funktionsstörung. AC-Zuleitung und Eingangssicherung prüfen, sonst Kontakt aufnehmen.
LED 2 „Charging Phase“ gelb, blinkt Boost-Phase
LED 2 „Charging Phase“ gelb, leuchtet Absorption-Phase
LED 2 „Charging Phase“ grün, leuchtet Floating-Phase
LED 2 „Charging Phase“ grün, blinkt Refresh-Phase
LED 2 „Charging Phase“ aus Ausgangsspannung aus
LED 2 „Charging Phase“ rot, Blinkmuster Je nach Muster: OTD-Fehler, Ausgangssicherung durchgebrannt, Temperaturbereich oder keine Ausgangsspannung (Muster siehe Seite 19 der PDF-Anleitung)
LED 2 „Charging Phase“ rot, leuchtet Andere Fehler

Ausgangssicherungen dürfen nur durch passende Sicherungen ersetzt werden (Bussmann/Eaton ATM 20, ATM 30 oder ATM 15; beim ACE 12/64 vier Sicherungen 30 A/32 V). Für jede Reparatur wenden Sie sich an einen Vertragshändler oder an philippi, eigenmächtige Reparaturen lassen die Garantie erlöschen.

Wartung, Reparatur und Entsorgung

  • Bei Wartung und Reparatur Ladegerät vom Wechselstromnetz und von den Batterien trennen.
  • In staubiger Umgebung regelmäßig absaugen, weil Staub die Wärmeabfuhr beeinträchtigt.
  • Ladezustand der Batterien alle 3 Monate prüfen, Muttern und Schrauben jährlich auf festen Sitz kontrollieren.
  • Entsorgung über die örtlichen Sammelstellen für Elektro- und Elektronik-Altgeräte.

Die Garantie beträgt laut Anleitung 24 Monate. Mehr dazu: Garantie und Reparatur.

Technische Daten ACE 12/64

Merkmal Wert
Teilenummer ACE12-64
Gesamtnennstrom (±7 %) / Nennleistung 60 A / 855 W
Empfohlene Batteriebank 500 bis 700 Ah (Bleibatterien, Verhältnis C/10; bei Lithium den Hersteller nach dem maximalen Ladestrom fragen)
Eingang 90 bis 265 V AC einphasig, 47 bis 65 Hz, automatisch
Stromaufnahme 230 / 115 V AC 4,4 / 8,7 A
Empfohlene Generatorleistung 1050 W
Leistungsfaktor / Wirkungsgrad 1 / mehr als 90 %
Eingangssicherung T15A/250V, 6,3 × 32 (F101)
Ausgänge 4 (+BAT E, +BAT 1, +BAT 2, +BAT 3) und 1 × -BAT, integrierter Mosfet-Splitter
Ausgangssicherungen im Minuspol 4 × 30 A/32 V (F400, F401, F402, F403)
Werkskonfiguration Boost / Floating 14,4 V / 13,8 V für Blei geschlossen
Restwelligkeit unter 2 % bei Nennbedingungen
Kühlung / Schallpegel ohne Ventilator / 0
Betriebstemperatur bei 230 V AC -20 °C bis +60 °C, Leistungsreduzierung oberhalb 60 °C
Lagertemperatur -20 °C bis +70 °C
Relative Luftfeuchtigkeit bis 70 % (95 % ohne Kondensation)
Abmessungen (L × H × T) / Gewicht 289 × 195 × 106 mm / 3,7 kg
Befestigung 272 × 170 mm, 4 Rundkopfschrauben M5
Schutzart IP22
Normen EN 61204-3, EN 60335-2-29, ISO 8846 (Zündschutz)
Kommunikation CAN-Bus, Bluetooth serienmäßig

Häufige Fragen

Wie viele Batteriegruppen lädt das ACE 12/64?

Das ACE 12/64 hat laut Anleitung vier Ausgänge: +BAT E für die Startbatterie sowie +BAT 1, +BAT 2 und +BAT 3 für weitere Batteriebänke, dazu einen gemeinsamen Minuspol. Jeder Anschluss kann allein benutzt werden und den gesamten Strom abgeben. Nicht benutzte Ausgänge bleiben unbeschaltet.

Welchen Kabelquerschnitt darf ich am Ausgang anschließen?

Beim ACE 12/64 ist laut Anleitung ein Batteriekabelquerschnitt von maximal 35 mm² zulässig, bei den kleineren Modellen sind es 16 mm². Den Kabeltyp wählt der Installateur je nach Anwendung und gültigen Normen. Verwendet wird der mitgelieferte Phoenix-Contact-Steckverbinder, und nicht benutzte Ausgänge bleiben unbeschaltet.

Welche Einstellung ist ab Werk aktiv und wie ändere ich sie?

Ab Werk ist das Ladegerät auf Blei geschlossen eingestellt, mit Boost ein und Refresh aus. Zum Ändern drücken Sie den Druckknopf ein bis zwei Sekunden lang und wählen im Programmierfeld 1 den Batterietyp. Dazu zählen Sie die Blinkzahl der Ladephasen-LED und erhöhen den Wert mit kurzem Druck.

Wie binde ich das ACE 12/64 in den P-BUS ein?

Dafür benötigen Sie das optionale ACE-T-KABEL HPO. Es wird in eine der beiden sechspoligen Buchsen des Ladegeräts gesteckt, die zweite bleibt frei. Das voreingestellte Protokoll philippi P-BUS im Programmierfeld 3 sollte nicht verändert werden. Die vier Mikroschalter bleiben auf 0000.

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