Die Wahl des Tankgebers entscheidet sich an vier Fragen: Was ist im Tank, wie tief ist er, wie darf der Geber montiert werden und auf welchem Gerät sollen die Werte erscheinen. Wer diese vier vorab klärt, bestellt einmal richtig. Wer sie überspringt, hat den Geber in der Hand und die Öffnung passt nicht.
Die Verfahren im Überblick
Schwimmergeber TGW und TGT
Die bewährteste Technologie: Ein Schwimmer folgt dem Flüssigkeitsspiegel im Tauchrohr und überträgt seine Position als Widerstandssignal. Das Ausgangssignal liegt bei 10 bis 180 Ohm — dem international üblichen Widerstandsbereich für Tankinstrumente, mit dem die meisten Monitore umgehen können.
Der Einbau erfolgt von oben, eine Öffnung im Tankdeckel ist nötig. Verschiedene Einbaulängen decken unterschiedliche Tanktiefen ab. TGT ist die Ausführung für Treibstoff, TGW die für Wasser.
Geeignet für Frischwasser, Treibstoff und Abwasser. Nicht geeignet für Fäkalientanks.
Drucksonde TDS und TDN 200
Die Sonde wird von oben bis auf den Tankboden abgelassen und dort fixiert; sie misst den hydrostatischen Druck der Flüssigkeitssäule über sich, also von unten nach oben. Damit ist sie unabhängig von der Tankform und der vielseitigste Geber im Sortiment. Die Bauform als Einschraubsonde TDT sitzt fest im Tank statt abgehängt.
Einsetzbar bis etwa 2 Meter Tanktiefe. Geeignet für Frischwasser, Treibstoff, Abwasser, Fäkalien und weitere Flüssigkeiten.
HinweisEine Drucksonde muss wissen, welches Medium sie misst. Diesel ist deutlich leichter als Wasser, dieselbe Füllhöhe erzeugt also einen geringeren Druck. Eine Wasserkennlinie im Dieseltank zeigt dauerhaft zu wenig an.
Ultraschallsonde UTV
Sitzt oben auf dem Tank und misst den Abstand zur Flüssigkeitsoberfläche berührungslos über die Laufzeit eines Schallimpulses — ohne Kontakt zum Medium und ohne bewegliche Teile. Sehr präzise, solange die Schallbahn frei und die Oberfläche ruhig ist.
Unter dem Geber liegt ein Totraum von 2,5 Zentimetern, der nicht erfasst werden kann. Ein Abstandsring schafft dafür Platz, ein Schallführungsrohr beruhigt die Oberfläche bei Schräglage und Wellenbildung.
Nicht geeignet für Tanks, in denen Flüssigkeit direkt an den Geber gelangen kann, und für stark schäumende Medien.
Gobius C — Radar von außen
Misst berührungslos von außen durch die Tankwand. Bei Kunststofftanks ist keine Bohrung nötig, der Geber wird außen montiert — damit die nachrüstfreundlichste Lösung, weil kein Eingriff in den Tank erfolgt und kein Leckagerisiko entsteht. Bei Metalltanks ist eine Bohrung erforderlich, weil Radarwellen Metall nicht durchdringen.
Der Totraum liegt bei etwa 5 Zentimetern im Bodenbereich. Einrichtung und Anzeige laufen über eine App; eine Ausführung mit NMEA-2000-Anschluss bindet die Werte direkt in das Instrumentennetz und auf kompatible Kartenplotter ein.
Gobius Pro — Grenzwertgeber
Kein Füllstandsgeber, sondern ein Schwellenmelder: seitlich außen aufgeklebt, ohne Bohrung, meldet er, ob der Füllstand über oder unter dem Montagepunkt liegt. Die Anzeige ist binär, es gibt keinen Prozentwert. Oben montiert ist er ein Vollmelder, unten ein Leermelder.
Durchflusssensor DFS 24
Misst nicht den Füllstand, sondern den tatsächlichen Durchfluss in der Leitung, litergenau und in Echtzeit. Ausschließlich für Frischwasser. Als Ergänzung zum Tankgeber ist er die einzige Möglichkeit, den täglichen Verbrauch zu kennen — und damit die Grundlage für jede Vorratsplanung auf langen Strecken.
Der direkte Vergleich
| Geber | Prinzip | Frischwasser | Treibstoff | Abwasser | Fäkalien | Einbau | Totraum |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TGW / TGT | Schwimmer, 10–180 Ohm | ja | ja | ja | nein | von oben | keiner |
| TDS / TDN 200, TDT | hydrostatischer Druck | ja | ja | ja | ja | von oben bis Boden | keiner |
| UTV | Ultraschall | ja | ja | bedingt | nein | von oben | 2,5 cm |
| Gobius C | Radar, berührungslos | ja | ja | ja | bedingt | von außen | ca. 5 cm |
| Gobius Pro | Grenzwert, berührungslos | ja | ja | ja | bedingt | von außen, seitlich | — |
| DFS 24 | Durchfluss | ja | nein | nein | nein | in der Leitung | — |
Der Totraum ist bei flachen Tanks das entscheidende Kriterium: Bei 20 Zentimetern Innenhöhe kostet ein Bodentotraum von 5 Zentimetern ein Viertel des Messbereichs.
Frage 1: Wie ist der Tank gebaut?
Entscheidend ist nicht das Volumen, sondern die nutzbare Messstrecke — die Höhe zwischen dem tiefsten und dem höchsten realistischen Füllstand. Tanks tiefer als zwei Meter schließen die Drucksonde aus, sehr flache Tanks machen jeden Geber mit Totraum problematisch.
Unregelmäßig geformte Tanks — der Normalfall in eingepassten Einbauten — haben ein zweites Problem: Der Füllstand ist der Höhe nach linear, das Volumen nicht. Zehn Prozent Höhe im breiten unteren Teil sind deutlich mehr Liter als zehn Prozent im schmalen oberen. Anzeigen mit Kennlinienkorrektur gleichen das aus; ohne diese Funktion bleibt die Anzeige eine Höhen-, keine Mengenangabe.
Frage 2: Welches Medium?
| Medium | Zu beachten |
|---|---|
| Trinkwasser | lebensmittelechte Werkstoffe erforderlich |
| Diesel | Dichte deutlich unter Wasser — bei Drucksonden zwingend einzustellen |
| Benzin | zusätzliche Anforderungen an Zündschutz und Beständigkeit |
| Grauwasser | Ablagerungen an eintauchenden Teilen |
| Fäkalien | Schwimmergeber scheiden aus; Drucksonde oder berührungslose Messung |
Bei Fäkalientanks kommt eine rechtliche Anforderung hinzu: Der Dreiviertel-Füllstand muss überwacht und angezeigt werden. Dafür genügt ein Schwellenwertgeber; eine vollwertige Anzeige ist nicht vorgeschrieben.
Frage 3: Wie kommt man an den Tank?
Diese Frage entscheidet im Refit häufiger als alle technischen Überlegungen. Ist der Tankdeckel zugänglich und hat er einen genormten Lochkreis, ist ein Schwimmergeber unkompliziert; passende Adapterringe gleichen abweichende Lochbilder aus. Ist der Tank eingebaut, verklebt oder unter einer festen Bodenplatte, bleibt praktisch nur die Messung von außen — und die setzt bei Radar einen Kunststofftank voraus.
Vor der Bestellung gehören drei Maße notiert: nutzbare Innenhöhe des Tanks, Durchmesser und Lochkreis der vorhandenen Öffnung, und die freie Höhe über dem Tank. Der letzte Punkt wird gern vergessen — ein Geber, der oben 15 Zentimeter Bauhöhe braucht, lässt sich unter einer Bodenplatte mit 8 Zentimetern Luft nicht einbauen.
Frage 4: Welche Anzeige?
Geber und Instrument müssen zueinander passen. Die philippi Tankgeber lassen sich direkt an die Monitore BTM2, VTM 2 und die PCU anschließen, ohne zusätzliches Interface. Für die P-Bus-Systemmonitore PSM 3 und PSL wird das Tankinterface CMT3 benötigt, das bis zu vier Geber einbindet und deren Werte in das P-Bus-Energiemanagement überträgt.
Bei Fremdgebern lohnt der Blick auf den Widerstandsbereich: Neben 10 bis 180 Ohm sind weitere Konventionen im Umlauf, und manche zeigen bei vollem Tank den höchsten, andere den niedrigsten Widerstand. Ein Geber am falschen Instrument liefert eine Anzeige, die sich bewegt und trotzdem nichts aussagt. Sollen mehrere Tanks mit unterschiedlichen Verfahren auf ein Display, löst ein Universal-Tankinterface das sauberer als der Versuch, überall denselben Gebertyp zu verbauen.
HinweisWenn die Werte ohnehin auf einem Display mit Batteriedaten zusammenlaufen sollen, gehört diese Entscheidung vor die Geberwahl. Das Display bestimmt, welche Signalarten in Frage kommen — nicht umgekehrt.
Schnelle Entscheidungshilfe
- Fäkalientank? Drucksonde TDS/TDN 200, oder Gobius C bei Kunststofftank. Schwimmergeber scheiden aus.
- Nachrüsten ohne Bohrung? Gobius C bei Kunststofftank, Gobius Pro als einfacher Grenzwertmelder.
- Höchste Genauigkeit? Drucksonde oder Ultraschall.
- Füllstand auf dem Kartenplotter? Gobius C in der NMEA-2000-Ausführung, oder über BTM2 beziehungsweise VTM 2.
- Günstigste und bewährteste Lösung? Schwimmergeber TGW oder TGT.
- Täglichen Wasserverbrauch kennen? Durchflusssensor DFS 24, ergänzend zum Tankgeber.
- Flacher Tank? Kurzer Schwimmergeber oder Drucksonde — Totraum beachten.
Typische Fehler
- Geberlänge nach Tankvolumen gewählt. Maßgeblich ist die Innenhöhe, nicht die Literzahl.
- Totraum nicht eingeplant. Bei flachen Tanks kostet er einen erheblichen Teil des Messbereichs.
- Schwimmergeber im Fäkalientank. Dafür ist er nicht ausgelegt.
- Radar am Metalltank ohne Bohrung. Radarwellen durchdringen Metall nicht.
- Dichte nicht eingestellt. Eine Drucksonde im Dieseltank mit Wasserkennlinie zeigt dauerhaft zu wenig.
- Widerstandsbereich nicht geprüft. Die Anzeige bewegt sich, stimmt aber an keinem Punkt.
- Bauhöhe über dem Tank vergessen. Der Geber passt in den Tank, aber nicht in den Einbauraum.
- Kennlinie nicht korrigiert. Bei unregelmäßigen Tanks ist die halbe Höhe selten die halbe Menge.
