Drei Serien, drei Einsatzbereiche. Die Wahl fällt nicht über die Anzahl der Stromkreise — die gibt es in allen Serien in mehreren Abstufungen —, sondern über Einbauort, Ausbaustufe und die Frage, ob die Anlage später wachsen soll.
Serie 100: kompakt und einfach
Die Serie 100 ist die kompakte Baureihe für übersichtliche Anlagen. Sie deckt den Bereich ab, in dem eine Handvoll Stromkreise geschaltet und abgesichert werden soll, ohne dass eine Monitorebene dazugehört.
Ihr Vorteil ist der geringe Platzbedarf. Sie sitzt dort, wo für eine große Tafel kein Raum ist — in einer schmalen Möbelfront, in einer kleinen Kajüte, in einem kompakten Ausbau.
Wichtig für die Planung: Die Serie 100 schließt eine spätere Überwachung nicht aus. Wer ein bestehendes Panel dieser Serie hat und zentral überwachen möchte, ergänzt es um eine eigenständige Monitoreinheit, statt die ganze Tafel zu tauschen — genau dafür gibt es entsprechende Nachrüstlösungen.
Serie 200: die modulare Hauptserie
Die Serie 200 ist die Baureihe für vollständige Bordnetze. Sie umfasst die größte Bandbreite — von wenigen Stromkreisen bis zu großen Verteilern, ein- und zweipolig, mit und ohne integrierten Monitor.
Ihr eigentliches Merkmal ist die Modularität. Die Einheiten der Serie teilen sich dieselbe Breite und lassen sich deshalb nebeneinander zu einer geschlossenen Tafel kombinieren. Ein Verteiler, ein zweipoliger Verteiler, ein Kontrollpanel — alles fügt sich zu einer Fläche, statt aus zusammengewürfelten Geräten zu bestehen.
Diese Eigenschaft entscheidet häufig allein. Wer eine Anlage plant, die aus mehreren Funktionsblöcken besteht, bekommt in dieser Serie ein einheitliches Erscheinungsbild und einheitliche Einbaumaße.
Serie 700: für den Außenbereich
Die Serie 700 ist für die Montage im Freien gebaut. Sie löst ein Problem, das die beiden anderen Serien nicht lösen: den Schalter, der Wetter abbekommt.
Der Ansatz ist, Schalter und Absicherung in einem wasserdichten Bauteil zu vereinen. Statt eines einfachen Ein-Aus-Schalters draußen und einer Sicherung irgendwo im geschützten Innenraum sitzt beides an derselben Stelle. Das spart nicht nur Verkabelung, sondern macht die Zuordnung eindeutig.
Die Baureihe deckt einen bis zwölf Stromkreise ab, es gibt Varianten mit Steckdose und mit Voltmeter. Die Schutzart ist IP66, die Dichtung liegt bei.
HinweisDie Betätigungswippen der Serie 700 werden separat bestellt. Das hat einen Grund: So lässt sich jeder Stromkreis mit dem passenden Symbol kennzeichnen. Beim Bestellen der Tafel gehört die Wippenliste deshalb dazu — sonst steht die Tafel fertig da und lässt sich nicht beschriften.
Die Entscheidung in vier Fragen
- Sitzt die Tafel draußen? Dann Serie 700 — diese Frage entscheidet allein und vor allen anderen.
- Wie viel Platz ist da? Ist der Raum knapp und die Anlage übersichtlich, spricht das für die Serie 100.
- Soll die Tafel aus mehreren Blöcken bestehen? Dann Serie 200 wegen der einheitlichen Breite.
- Soll ein Monitor integriert sein? Diese Kombination findet sich in der Serie 200.
Serien mischen
Serien zu mischen ist normal und oft richtig. Der typische Fall: Serie 200 als Hauptverteilung im Innenraum, Serie 700 für die Stromkreise, die draußen bedient werden — Ankerlicht, Deckbeleuchtung, Steckdose im Cockpit.
Was man nicht mischt, ist die Fläche selbst. Zwei Serien nebeneinander an derselben Wand haben unterschiedliche Maße und unterschiedliche Optik. Wo eine geschlossene Tafel entstehen soll, bleibt man bei einer Serie und ergänzt innerhalb davon.
Vor der Bestellung
- Einbaumaße prüfen, nicht Außenmaße — Tiefe hinter der Front eingeschlossen.
- Nennströme je Stromkreis festlegen. Die Schutzschalter gibt es in mehreren Abstufungen.
- Bei Serie 700 die Wippen mitbestellen. Sonst fehlt die Beschriftung.
- Reserve einplanen. Ein freier Stromkreis kostet wenig, ein nachträglicher Umbau viel.
- Zusammenhängende Fläche prüfen, wenn mehrere Einheiten nebeneinander sollen.
Typische Fehler
- Innentafel draußen montiert. Funktioniert eine Saison, dann korrodiert es.
- Serien auf einer Fläche gemischt. Unterschiedliche Maße, unterschiedliche Optik.
- Wippen vergessen. Bei der Serie 700 der häufigste Bestellfehler.
- Keine Reserve. Der erste zusätzliche Verbraucher erzwingt sonst eine neue Tafel.
- Einbautiefe nicht geprüft. Hinter der Front braucht es Platz für Kabel und Biegeradius.
