Bei den Schalttafeln der Serie 200 gibt es Modelle mit integriertem Monitor — gleiche Anzahl Stromkreise, unterschiedliche Überwachungsebene. Vier Stufen stehen zur Wahl, und der Unterschied zwischen ihnen ist größer als die Displaygröße vermuten lässt.
Warum der Monitor in die Tafel gehört
Ein integrierter Monitor spart einen zweiten Ausschnitt, einen zweiten Einbauort und die Verkabelung dorthin. Bei einer Tafel, die ohnehin an der zentralen Stelle sitzt, ist das der natürliche Platz für die Anzeige.
Die Entscheidung für eine Stufe ist allerdings weniger revidierbar als bei einem separaten Gerät: Sie ist Teil der Tafel. Ein Wechsel bedeutet, die Tafel zu tauschen — nicht das Anzeigegerät. Deshalb lohnt es sich, hier eine Stufe weiter zu denken, als der heutige Ausbaustand verlangt.
Stufe 1: der Tankmonitor TCS
Die einfachste Stufe. Ein 2,4-Zoll-TFT-Touchscreen zeigt die Füllstände von bis zu drei Tanks und zwei Batteriespannungen. Das ist eine solide Grundüberwachung: Man sieht, wie voll die Tanks sind und ob die Batteriespannung stimmt.
Was die Stufe nicht kann, ist ebenso wichtig: Ein Shunt lässt sich hier nicht anschließen. Es gibt also keine Strommessung und damit keinen Ladezustand — nur Spannung. Auch ein Durchflusssensor ist nicht kompatibel, und die Stufe ist nicht P-Bus-erweiterbar.
Sie ist die richtige Wahl, wenn die Frage tatsächlich „wie voll sind meine Tanks“ lautet und die Batterie ein Nebenschauplatz ist.
Stufe 2: der BTM 2
Die nächste Stufe bringt detailliertere Batteriedaten und eine NMEA-2000-Schnittstelle mit. Damit stehen Batterie- und Tankwerte auch auf einem Kartenplotter zur Verfügung — für den Anschluss an das Netzwerk gibt es ein passendes Adapterkabel.
Diese Stufe ist der Punkt, an dem aus einer Anzeige eine Messung wird: Batteriedaten kommen jetzt in einer Tiefe, die Aussagen über den Zustand der Bank erlaubt, nicht nur über die Momentanspannung.
Stufe 3: der System-Monitor PSM 3
Mit dem PSM 3 kommt das volle P-Bus-System in die Tafel. Der Unterschied zu den beiden vorigen Stufen ist grundsätzlich: Es geht nicht mehr um mehr Anzeigen, sondern um ein erweiterbares Netz.
Angebunden werden können Shunts für die Batterieüberwachung, Tankinterfaces, Temperaturinterfaces, Relaismodule zum Schalten und Dimmen von Verbrauchern, Hauptschalter-Interfaces sowie Wechselrichter über die entsprechenden Bridges. Der Monitor zeigt jeweils nur die Menüs, für die tatsächlich Daten vorliegen.
Stufe 4: der PSL
Der PSL bietet dieselbe P-Bus-Anbindung wie der PSM 3, aber ein 5-Zoll-Display mit frei anpassbarer Anordnung der Anzeigeelemente. Der Gewinn liegt in der Bedienung: mehr Informationen gleichzeitig sichtbar, Anordnung nach eigener Priorität statt nach Vorgabe.
Funktional gegenüber dem PSM 3 ist der Unterschied gering; er liegt in der Fläche und in der Ergonomie.
HinweisDer Sprung, auf den es ankommt, liegt zwischen Stufe 2 und Stufe 3. Bis dahin geht es um Anzeigen, ab dort um ein erweiterbares System. Wer später Shunt, Solar oder weitere Komponenten einbinden will, gehört über diese Schwelle — unabhängig von der Displaygröße.
Drei Fragen, die entscheiden
- Soll der Ladezustand angezeigt werden? Dafür braucht es einen Shunt — und damit mindestens die dritte Stufe.
- Soll die Anlage wachsen? Solar, weitere Tanks, geschaltete Verbraucher — all das setzt die P-Bus-Ebene voraus.
- Sollen die Daten auf den Plotter? Ab der zweiten Stufe direkt, auf der P-Bus-Ebene über die Bridge CBN.
Typische Fehler bei der Wahl
- Ladezustand von der Einstiegsstufe erwartet. Ohne Shunt gibt es keine Strommessung, nur Spannung.
- Nach Displaygröße entschieden. Die eigentliche Schwelle ist die P-Bus-Fähigkeit, nicht die Zoll-Zahl.
- Durchflusssensor auf der Einstiegsstufe eingeplant. Er ist dort nicht kompatibel.
- Nur den heutigen Ausbaustand betrachtet. Ein späterer Wechsel bedeutet, die Tafel zu tauschen.
- Erweiterbarkeit mit Anzeigenvielfalt verwechselt. Mehr Werte auf dem Display bedeutet nicht, dass später mehr angeschlossen werden kann.
