Ein Batterie-Hauptschalter, den man nur am Gerät selbst bedienen kann, sitzt fast immer an der unbequemsten Stelle der Anlage. Das Hauptschalter-Interface TSC ändert das — und bringt nebenbei zwei Schutzfunktionen mit, die ein mechanischer Schalter nicht leisten kann.
Was das TSC tut
Das TSC ist ein Interface, das den externen Batterie-Trennschalter FBR 500 ansteuert. Bedient wird es über den P-Bus, also über den System-Monitor — oder über einen externen Steuertaster, der unabhängig vom Bus arbeitet.
Zusätzlich zur reinen Schaltfunktion bringt es zwei einstellbare Schutzfunktionen mit: einen Tiefentladeschutz, der die Bank bei Unterschreiten einer Spannungsschwelle abtrennt, und eine Überspannungsabschaltung. Beide Schwellen werden am System-Monitor PSM 3 oder PSL gesetzt, nicht am Gerät.
Der Eigenverbrauch liegt bei 2 mA — gering genug, um bei einer längeren Standzeit keine Rolle zu spielen. Das Interface arbeitet an 12 und 24 V DC und misst 111 x 90 x 41 mm; ein M12-T-Kabel liegt bei.
Die 260-Ampere-Grenze
Der wichtigste Punkt bei der Auslegung: Das TSC allein trägt 260 A Dauerstrom. In Kombination mit dem Batterie-Trennschalter FBR 500 steigt die Belastbarkeit auf 500 A.
Daraus ergibt sich die Entscheidungsregel. Bleibt der Strom über den Hauptschalter dauerhaft unter 260 A, arbeitet das TSC eigenständig. Kommen Hochstromverbraucher hinzu — Bugstrahlruder, Ankerwinde, große Wechselrichter —, gehört der FBR 500 dazu.
Der FBR 500 ist nicht im Lieferumfang enthalten und wird separat bestellt, in der Ausführung für 12 oder für 24 V.
WarnungMaßgeblich für die Auslegung ist der Strom, der über den Hauptschalter fließen kann — nicht der, der üblicherweise fließt. Ein Bugstrahlruder läuft selten, aber wenn es läuft, geht sein voller Strom durch dieselbe Stelle.
Warum ein externer Steuertaster dazugehört
Die Bedienung über den Bus ist bequem. Sie hat aber eine Abhängigkeit: Sie funktioniert nur, solange der Monitor arbeitet und der Bus in Ordnung ist.
Ein externer Steuertaster löst das. Er arbeitet unabhängig vom P-Bus und ist damit die Notbetätigung — auch dann bedienbar, wenn der Monitor ausfällt oder die Busleitung beschädigt ist. Genau deshalb ist er empfohlen und nicht optional zu denken.
Der sinnvolle Ort ist derselbe, an dem man den Hauptschalter gesucht hätte: griffbereit, bekannt, ohne Ausbau erreichbar.
Tiefentladeschutz sinnvoll einstellen
Die Schwelle für die Abschaltung ist kein Zahlenwert aus dem Datenblatt der Batterie, sondern eine Abwägung. Zu hoch gesetzt, trennt sie im normalen Betrieb ab. Zu niedrig gesetzt, greift sie erst, wenn die Bank bereits Schaden genommen hat.
Zwei Überlegungen helfen. Erstens: Die Spannung unter Last liegt niedriger als die Ruhespannung — eine Schwelle, die im Leerlauf sinnvoll erscheint, löst unter Last verfrüht aus. Zweitens: Bei LiFePO4 fällt die Spannung über weite Teile des Entladebereichs kaum ab und knickt am Ende steil ein. Eine spannungsbasierte Schwelle greift dort spät; der eigentliche Schutz kommt vom BMS der Batterie, das TSC ist die zweite Ebene.
PIN-Schutz und Benennung
Die Betätigung lässt sich per PIN schützen — sinnvoll überall dort, wo das Bediengerät für mehrere Personen zugänglich ist und ein versehentliches Abschalten Folgen hätte.
Jedem Hauptschalter lässt sich außerdem ein eigener Name zuordnen. Bei einer Anlage mit mehreren Schaltern ist das keine Spielerei: „Hauptschalter Verbraucher“ und „Hauptschalter Bugstrahlruder“ sind zu unterscheiden, „Schalter 1“ und „Schalter 2“ im Ernstfall nicht.
Nach dem Einbau prüfen
- Schalten über den Monitor funktioniert in beide Richtungen.
- Schalten über den externen Taster funktioniert ebenfalls — und zwar auch bei abgeschaltetem Monitor.
- Tiefentladeschwelle ist gesetzt und liegt unter der Spannung, die im normalen Betrieb unter Last auftritt.
- Benennung ist eindeutig und passt zu dem, was der Schalter tatsächlich trennt.
- Alle an Bord wissen, wo der Notschalter sitzt.
Typische Fehler
- TSC ohne FBR 500 bei Hochstromverbrauchern. Über 260 A gehört der Trennschalter dazu.
- FBR 500 mitbestellt geglaubt. Er ist nicht im Lieferumfang; im Karton liegt ein M12-T-Kabel.
- Kein externer Steuertaster. Ohne ihn hängt die Bedienung des Hauptschalters am Bus.
- Tiefentladeschwelle nach Ruhespannung gesetzt. Löst unter Last verfrüht aus.
- Schalter nicht benannt. Bei mehreren Schaltern die Voraussetzung dafür, den richtigen zu treffen.
