Anleitung BTM2: Batterie-Tank-Monitor einbauen und einstellen
Der Batterie-Tank-Monitor BTM2 zeigt Ladezustand, Ströme und Spannung der Hauptbatterie, die Spannung von bis zu zwei weiteren Batterien und die Füllstände von bis zu vier Tanks auf einem Touch-Display. Er arbeitet mit dem Shunt SHE 348 an DC 12–48 V und gibt die Werte auf Wunsch über NMEA 2000 an den Kartenplotter weiter. Diese Seite fasst Einbau, Einstellungen und technische Daten aus der Bedienungsanleitung zusammen.
Stand der Anleitung: Rev. 1B, Februar 2023, Software-Version 1.x. · Vollständige Bedienungsanleitung als PDF (32 Seiten) · Zum Produkt BTM2
Inhalt
- Lieferumfang und Zubehör
- Einbau und Anschluss
- Anschlussplan
- Einstellungen und Inbetriebnahme
- Alarme
- Tankgeber einrichten und kalibrieren
- NMEA 2000
- Software-Update
- Fehlerbehebung
- Technische Daten
- Häufige Fragen
Lieferumfang und Zubehör
Im Lieferumfang: Batterie-Tank-Monitor BTM2, 3 steckbare Klemmen (2× MVSTB 2,5 3-polig, 1× 9-polig), 2 Sicherungshalter ASH1 mit Sicherung FSS 1A und die Bedienungsanleitung.
| Optionales Zubehör | Zweck | Bestell-Nr. |
|---|---|---|
| Shunt SHE 348 | Batterie-Kapazitätserfassung | 0 7003 0348 |
| Shunt SHP 348 | Solarstrommessung | 0 7003 0351 |
| Temperatursensor Temp-BT 3480 | Batterietemperatur (nur Anzeige) | 0 5900 |
| Interface ACE-LIN | Anbindung eines Ladegeräts der Serie ACE | 0 8000 4975 |
| N2K-Kabel | Anbindung an NMEA 2000 | 5 0411 1140 |
Empfohlene Tankgeber (nicht im Lieferumfang): Tauchrohrgeber TGW für Frischwasser und TGT für Treibstoff, Ultraschallsensor UTV für Fäkalientanks, Durchflusssensor DFS (nur Frischwasser) und für tiefe Tanks bis 200 cm die Drucksensoren TDS 200 und TDN 200. Sensoren anderer Hersteller lassen sich ebenfalls anschließen. Welcher Geber zu Ihrem Tank passt, zeigt der Tankgeber-Finder.
Hinweis aus der Anleitung: Nur beim Durchflusssensor DFS ist die Literanzeige genau, weil er tatsächlich Liter misst. Bei allen anderen Sensoren wird der gemessene Füllstand in Liter umgerechnet.
Einbau und Anschluss
Einsatzort: Der BTM2 ist für Yachten konstruiert und nur für geschlossene Räume geeignet, geschützt vor Regen, Feuchtigkeit, Staub und Kondenswasser. Nicht im Außenbereich und nicht in explosionsgefährdeten Bereichen einbauen. Der Anschluss darf nur von Elektrofachkräften vorgenommen werden; vorher die Batteriezuleitungen abklemmen und auf richtige Polung achten.
Monitor
- Einbauausschnitt 85 × 85 mm, Mindest-Einbautiefe 35 mm, an einer geschützten, trockenen und gut sichtbaren Stelle.
- Rückseitig: 3-polige Klemme für Stromversorgung und die Kommunikationsleitung (LIN-Bus) zu den Shunts SHE und SHP, 9-polige Klemme für die Tankgeber, 2-polige Klemme für den potentialfreien Relaiskontakt.
- Die Stromversorgung des Monitors darf jederzeit unterbrochen werden. Die Batteriedaten bleiben erhalten, weil sie im Shunt SHE 348 gespeichert werden.
- Die LIN-Bus-Verbindung zum Shunt ist eine einadrige Leitung mit 1 bis 1,5 mm².
Shunt SHE 348 (Batterieüberwachung)
- So nah wie möglich an der Servicebatterie montieren, geschützt und trocken, ohne Kontakt zum Plus-Anschluss.
- Der Shunt sitzt im Minus-Pfad: Seite B− mit kurzem, dickem Kabel (35–70 mm²) an den Minuspol der Hauptbatterie. Bei mehreren parallel geschalteten Batterien kommt deren gemeinsamer Minuspol an B−.
- Alle Verbraucher, Ladequellen und die Minuspole der Starterbatterien gehören auf die Seite V−, am besten über eine Masse-Sammelschiene. Zwischen B− und dem Batterie-Minuspol darf keine weitere Leitung angeschlossen sein, sonst werden nicht alle Ströme erfasst.
- Die Messleitung des Shunts kommt über einen Inline-Sicherungshalter (1 A) an den Pluspol der Hauptbatterie. Sie misst die Spannung und versorgt den Shunt.
- Der Shunt sollte dauerhaft mit der Batterie verbunden bleiben. Bei ausgeschaltetem Monitor geht er in den Sleep-Mode mit 2 mA. Bleibt die Anlage länger als 3 Monate ohne Ladung, den Shunt von der Batterie trennen.
| Anschluss am Shunt SHE (5-polig) | Funktion |
|---|---|
| 1 (+1) | Spannungsmessung Hauptbatterie und Stromversorgung des Shunts, zwingend erforderlich |
| 2 (+2) | Optional: Spannung einer zweiten Batteriegruppe (z. B. Starterbatterie) |
| 3 (T−, T+) | Optional: Temperaturfühler Temp-BT (T− braune, T+ blaue Litze), außen am Batteriegehäuse |
| 4 (L) | LIN-Bus zum Monitor und zum Ladegerät ACE |
| LED am Shunt | Bedeutung |
|---|---|
| Schnelles Blinken | Firmware-Update des Shunts läuft |
| Aufblitzen jede Sekunde | Normaler Betrieb |
| Aufblitzen alle 5 Sekunden | Sleep-Mode (Monitor aus) |
Shunt SHP 348 (Solarstrom)
Optional, im Minus-Pfad der Solaranlage, so nah wie möglich an der Batterie. Der Minuspol der Solaranlage kommt an die Seite V−. Am 5-poligen Stecker: Anschluss 1 (+1) für Messung und Versorgung, Anschluss 4 für den LIN-Bus zum Monitor (vorzugsweise 1 mm²).
Ladegerät ACE (Interface ACE-LIN)
Für die Kommunikation mit einem Ladegerät der Serie ACE wird das Interface ACE-LIN in das Ladegerät eingesetzt; bei ACE 12/60 und ACE 24/30 ersetzt es den integrierten Monitor. Vorher das Ladegerät vom Netz trennen. Nur wenn die DIP-Schalter des Ladegeräts auf ABCD = „1111“ stehen, lässt sich die Ladekennlinie am Monitor einstellen.
Tankgeber
- Bis zu vier Tanks; der erste Geber kommt an TG 1, weitere der Reihe nach.
- Widerstandsgeber (z. B. TGT, TGW) und aktive Geber (z. B. Drucksonde TDS) dürfen gemischt angeschlossen werden.
- Ein Durchflusssensor DFS nur an die DFS-Klemmen; TG 1 bleibt dann frei, da DFS nur für Tank 1 aktiviert werden kann.
- Wird ein Ultraschallsensor nicht über den BTM2, sondern direkt aus dem Bordnetz versorgt, muss seine Versorgungsleitung mit 1 A abgesichert werden.
- Die Minusleitungen der Tankgeber gehören an die Minus-Klemme des Monitors, um Fehlmessungen zu vermeiden.
Anschlussplan

Übersicht aus der Bedienungsanleitung: Monitor mit Tankgeber-Klemme, Relais (IN/NO/NC), NMEA-2000-Ausgang und microSD-Steckplatz; Shunt SHE zwischen Verbraucherbatterie (B−) und Bordnetz (V−); Shunt SHP für die Solaranlage; Messleitungen jeweils mit 1 A abgesichert.
Einstellungen und Inbetriebnahme
Das Einstellungsmenü öffnet sich über das Zahnrad-Symbol unten in der Mitte des Hauptbildschirms. Die PIN ist im Auslieferungszustand 1234. Untermenüs: Anzeige, Batterie, Ladegerät, Energiequelle, Tanks und Alarme.
Bei der Inbetriebnahme im Menü Batterie einstellen:
| Einstellung | Hinweis aus der Anleitung |
|---|---|
| Nennkapazität | 1–9999 Ah. Nur bei 100 % geladener Batterie einstellen, da dabei die Anzeige auf 100 % und alle Zähler auf 0 gesetzt werden. |
| Nennspannung | 12, 24, 36 oder 48 V |
| Batterietyp | GEL, NASS, AGM, Lithium oder INDIV, für die Erkennung „voll“ und „leer“ |
| Ah-Wirkungsgrad (CEF) | Werkseinstellung 95 %, passt sich über die letzten 4 Zyklen automatisch an. Fällt er unter 70 %, ist die Batterie am Ende ihrer Lebensdauer. |
| Zyklentiefe | Ab welcher Entladung ein Ladezyklus gezählt wird: Starterbatterien 10–20 %, GEL-Batterien bis 50 % |
| Peukert-Exponent | Üblich 1,27 für Blei, 1,02 für Lithium; normalerweise nicht ändern |
| Name, Name 2, Name 3 | Bezeichnungen der Batterien in der Anzeige |
War die Batterie bei der Inbetriebnahme nicht voll, muss sie vollgeladen werden, damit die Anzeige mit dem Ladezustand synchronisiert.
Alarme
Alarme werden am Display angezeigt und können zusätzlich optisch (Beleuchtung blinkt), akustisch (interner Summer) und über den potentialfreien Relaiskontakt (max. 1 A) ausgegeben werden. Optischer und akustischer Alarm lassen sich durch Berühren des Bildschirms quittieren oder nach 0–255 s automatisch abschalten.
| Alarm | Einstellbereich |
|---|---|
| Batterie 1: Kapazitätsalarm | 10–80 %, Werkseinstellung 50 % |
| Batterie 1: Batterie leer / Tiefentladung | 20 % / 0 %, festgelegt durch das Batteriemanagement |
| Batterie 1: Überspannung | 14–60 V |
| Batterie 1: Übertemperatur | 40–60 °C |
| Batterie 2 und 3: Unter- / Überspannung | 9–24 V / 14–32 V, für 24-V-Batterien unbedingt anpassen |
| Tank 1–4 | 0 % aus, 1–50 % Leer-Alarm, 51–99 % Voll-Alarm, jeweils 15 s verzögert |
Tankgeber einrichten und kalibrieren
Das Tankmenü öffnet sich über die Pfeiltaste neben dem jeweiligen Tank. Dort werden Tanktyp (Wasser, Diesel, Benzin, Fäkalien, Grauwasser), Volumen in Litern und Sensortyp eingestellt. Wählbare Sensortypen: TGX 10–180 Ω, 240–33 Ω, User R, User U, UTV 40/80, TDx, DFS, DFS+, TRS/RSW/DSW und Gobius 4.
Kalibrieren (bei User R, User U und TDS zwingend), drei Wege:
- Schrittweise befüllen: Bei leerem Tank den Messwert ablesen und bei 0 % eintragen, dann bei 25, 50, 75 und 100 % Füllung wiederholen. Ergibt auch bei ungewöhnlicher Tankform den richtigen Inhalt.
- Bei vollem Tank (z. B. TDS 200): Messwert mit Sonde außerhalb des Tanks bei 0 % eintragen, nach dem Einbau bei 100 %. Die Differenz durch 4 teilen und schrittweise addieren, um 25, 50 und 75 % zu erhalten.
- Werte bekannt: Die Werte für 0, 25, 50, 75 und 100 % direkt eingeben.
Mehr zur Auswahl und zum Einbau der Geber: Füllstandsmessung am Boot.
NMEA 2000
Für die Anbindung wird das N2K-Kabel benötigt: 4-poliger Stecker am Monitor, Micro-C-Stecker (M12) über ein T-Stück ins Netzwerk. Der Monitor braucht eine eigene Stromversorgung. Nach dem Einschalten sendet er alle 2,5 Sekunden:
- Tankfüllstände: PGN 127505 (Fluid Level)
- Batteriedaten: PGN 127508 (Battery Status) und PGN 127506 (DC Detailed Status)
Jeder Tank und jede Batterie braucht im Netzwerk eine eindeutige Instanz. Die Instanzen werden im Setup eingestellt: für den Monitor unter Anzeige, für die Tanks unter Tanks, für die Batterien unter Batterie. Bei zwei philippi-Geräten im Netzwerk müssen die Geräte-Instanzen verschieden sein. Bei Raymarine-Plottern müssen die Instanzen mit 0 beginnen.
Software-Update
- Die Update-Datei auf eine leere microSD-Karte (FAT32) kopieren, ohne Ordner, in die oberste Ebene.
- Karte in den Steckplatz auf der Rückseite des Monitors schieben und die Stromversorgung trennen.
- Stromversorgung wieder einschalten. Der Monitor erkennt die neue Software, installiert sie automatisch und zeigt den Fortschritt an.
Startet der Monitor normal, wurde keine Karte erkannt oder die Software ist bereits aktuell. Auch die Shunts SHE und SHP lassen sich über den Monitor aktualisieren (Datei PB99R1 auf der Karte, Shunt kurz stromlos machen und innerhalb von 30 Sekunden wieder einstecken).
Fehlerbehebung
- „Nicht synchronisiert“ verschwindet trotz Volladung nicht (U über 14,0 V und Strom unter 2 % der Nennkapazität): Die Nennkapazität um 1 Ah ändern, dann synchronisiert der Monitor manuell.
- Batterie-voll-Erkennung funktioniert nicht: Ladespannung von Ladegerät und Solaranlage prüfen und den Batterietyp auf NASS stellen, um mit den niedrigsten Werten zu arbeiten.
- In beiden Fällen prüfen: Jede Ladequelle einzeln, bei abgeschalteten Verbrauchern muss der Ladestrom positiv angezeigt werden. Am Minuspol der Batterie darf nur der Shunt mit seinem B−-Anschluss hängen, sonst nichts.
Technische Daten
| Versorgungsspannung | DC 8–60 V |
| Stromaufnahme Monitor | 60 mA bei maximaler Helligkeit, 5 mA im Sleep-Mode |
| Stromaufnahme Shunt | 20 mA, 2 mA im Sleep-Mode |
| Shunt 348 | 0,1 mΩ, Anschlüsse Bolzen M8 |
| Messbereich U1 / U2 | 0–60 V / 0–35 V, Auflösung 30 mV, Genauigkeit 0,25 % |
| Messbereich Strom | −600 bis +600 A, Genauigkeit 0,5 % |
| Strombelastbarkeit Shunt | 300 A dauernd, 600 A für 1 min, 1500 A für 0,5 s |
| Relais | potentialfrei, max. 1 A |
| Temperaturmessung (externer Fühler) | −15 bis 60 °C, Genauigkeit 1 K |
| Abmessungen Monitor | 105 × 105 × 40 mm |
| Abmessungen Shunt | 118 × 40 × 65 mm |
| Konformität | EMV-Richtlinie 2014/30/EG, EN 61000-6-1, EN 61000-6-3 |
Garantie: zwei Jahre ab Kaufdatum. Bei Fragen zum Einbau oder für eine Reparatur: Kontakt · Garantie und Reparatur
Häufige Fragen
Wie lautet die PIN für das Einstellungsmenü des BTM2?
Im Auslieferungszustand ist die PIN 1234. Das Menü öffnet sich über das Zahnrad-Symbol unten in der Mitte des Hauptbildschirms. Danach erreichen Sie die Untermenüs Anzeige, Batterie, Ladegerät, Energiequelle, Tanks und Alarme. Die Einstellungen bleiben auch bei einem Ausfall der Versorgungsspannung erhalten.
Darf der Shunt dauerhaft an der Batterie bleiben?
Ja, das ist sogar vorgesehen. Der Shunt SHE 348 speichert die Batteriedaten und braucht die Verbindung, um die Kapazität lückenlos zu erfassen. Bei ausgeschaltetem Monitor nimmt er im Sleep-Mode nur 2 mA auf. Nur wenn die Anlage länger als drei Monate nicht geladen wird, etwa im Winterlager, sollte er getrennt werden.
Welche Tankgeber kann ich an den BTM2 anschließen?
Bis zu vier Tankgeber: philippi-Tauchrohrgeber TGW und TGT, Drucksonden TDS und TDN 200, die Ultraschallsonde UTV, den Durchflusssensor DFS, Gobius 4 und Schalter wie TRS, RSW oder DSW. Geber anderer Hersteller mit 10–180 Ω, 240–33 Ω, eigenem Widerstands- oder Spannungsbereich lassen sich über die Einstellungen User R und User U anpassen.
Wie zeige ich die Werte des BTM2 auf dem Kartenplotter an?
Über das N2K-Kabel mit NMEA 2000 verbinden. Der Monitor sendet Tankfüllstände (PGN 127505) und Batteriedaten (PGN 127508 und 127506) alle 2,5 Sekunden. Erscheinen die Werte nicht oder auf der falschen Seite, im Setup eine andere Instanz wählen. Bei Raymarine-Plottern müssen die Instanzen mit 0 beginnen.
