Eine Tankanzeige, der man nicht glaubt, ist wertlos. Und in der Praxis liegt es fast nie am Sensor, sondern an drei Einstellungen: dem Sensortyp, der Tankhöhe und der Frage, ob der Tank überhaupt die Form hat, die die Anzeige annimmt. Dieser Beitrag geht die Einrichtung in der Reihenfolge durch, in der sie funktioniert.
Schritt eins: den Sensortyp richtig angeben
Die PCU arbeitet mit den gängigen Sensorsystemen zusammen. Damit sie ein Signal deuten kann, muss sie wissen, welche Art von Signal ankommt. Grob gibt es vier Familien:
- Widerstandsgeber. Ein Schwimmer bewegt einen Schleifer. Verbreitet sind 10–180 Ohm (europäisch) und 240–33 Ohm (amerikanisch). Die beiden laufen gegenläufig — wer sie verwechselt, bekommt eine Anzeige, die bei vollem Tank leer meldet.
- Stromsignal 4–20 mA. Typisch für hydrostatische Tauchsonden. Robust gegen lange Leitungen, weil der Strom auf der ganzen Strecke gleich bleibt.
- Spannungssignal, meist 0,5–2,5 V. Typisch für Ultraschallsensoren, die von oben durch die Tankdecke messen.
- Schaltkontakte. Schwimmerschalter, die nur zwei Zustände kennen. Sie liefern keinen Füllstand, sondern eine Grenzwertmeldung.
Der häufigste Einrichtungsfehler ist ein Sensortyp, der zwar irgendeinen plausiblen Wert erzeugt, aber nicht den richtigen. Eine Anzeige, die sich bewegt, ist noch kein Beweis, dass der Typ stimmt.
Schritt zwei: Volumen und Tankhöhe
Die Anzeige rechnet aus dem Sensorwert einen Füllstand und aus dem Füllstand ein Volumen. Dafür braucht sie zwei Angaben: wie hoch der Tank ist und wie viel er fasst. Beide Zahlen sollte man messen, nicht schätzen.
Das Nennvolumen aus dem Datenblatt des Tanks ist dabei nur ein Ausgangspunkt. Nutzbar ist selten alles: Die Entnahme sitzt ein Stück über dem Boden, die Befüllung endet unter der Decke. Der Bereich, den die Anzeige abbilden soll, ist der zwischen diesen beiden Punkten — nicht der geometrische Tankinhalt.
HinweisWer den Tank einmal mit gezählten Kanistern füllt und die Werte notiert, hat die belastbarste Kalibrierung, die es gibt — und sie kostet einen Nachmittag.
Schritt drei: unförmige Tanks kompensieren
Ein rechteckiger Tank ist der einfache Fall: halbe Höhe gleich halbes Volumen. Genau diese Tanks gibt es an Bord aber selten. Die üblichen Formen folgen dem Rumpf oder dem Möbelbau und sind unten schmal und oben breit — oder umgekehrt.
Die Folge ist eine Anzeige, die im oberen Bereich schnell fällt und unten scheinbar stehen bleibt, obwohl der Sensor völlig korrekt misst. Der Sensor misst Höhe; was interessiert, ist Volumen. Dafür bietet die Einrichtung eine Korrektur, mit der sich die Kennlinie an die reale Tankform anpassen lässt.
Die praktikable Vorgehensweise: Statt die Geometrie zu berechnen, notiert man bei der ersten Befüllung die angezeigten Werte an mehreren Punkten — leer, ein Viertel, halb, drei Viertel, voll — und korrigiert dort, wo Anzeige und tatsächlich eingefüllte Menge auseinanderlaufen.
Schritt vier: Alarmschwellen setzen
Alarmschwellen sind der Teil, den man am schnellsten falsch einstellt — nicht technisch, sondern in der Wirkung. Eine Schwelle, die zu früh auslöst, wird nach der zweiten Woche ignoriert. Eine, die zu spät auslöst, kommt zu spät.
Die Frage ist nicht, ab wann es knapp wird, sondern wie viel Vorlauf man braucht. Frischwasser: so viel, dass man die nächste Füllstelle noch erreicht. Schwarzwasser: so viel, dass eine weitere Nutzung möglich ist, bevor entleert werden muss. Treibstoff: die übliche Reserve plus die Strecke bis zur nächsten Möglichkeit.
Aus diesen Überlegungen ergeben sich Schwellwerte, die nach der ersten Reise noch einmal angepasst gehören. Beim ersten Einrichten sind sie zwangsläufig geraten.
Wenn die Anzeige nicht stimmt
Vier Symptome, vier Ursachen, die man in dieser Reihenfolge prüft:
- Anzeige gegenläufig — voll wird als leer angezeigt: falsche Widerstandskennlinie, meist 10–180 statt 240–33 Ohm oder umgekehrt.
- Anzeige erreicht nie ganz voll — Tankhöhe zu groß eingetragen, oder bei Ultraschallmessung liegt der Füllstand in der oberen Totzone des Sensors.
- Anzeige springt oder zappelt — bei Ultraschall Schwappen oder Schaum auf der Oberfläche, bei Widerstandsgebern ein wackelnder Massekontakt.
- Anzeige stimmt oben, nicht unten — klassischer Fall einer nicht kompensierten Tankform.
Typische Fehler
- Sensortyp geraten statt nachgesehen. Eine sich bewegende Anzeige beweist nicht, dass der Typ stimmt.
- Nennvolumen statt nutzbarem Volumen eingetragen. Die Anzeige meldet dann Restmengen, an die man nicht herankommt.
- Kalibrierung am Einbautag. Ohne bekannten Voll- und Leerzustand ist jede Kennlinie geraten.
- Alarmschwellen nach Gefühl. Sinnvoll ist die Rechnung über den benötigten Vorlauf, nicht über einen Prozentwert.
- Tankform ignoriert. Der häufigste Grund für eine Anzeige, der niemand mehr glaubt.
