Welcher Tankgeber passt zu meinem Tank?

Welcher Tankgeber passt zu meinem Tank?

Welcher Tankgeber passt zu mir? – Der große Philippi Tankgeber-Ratgeber

Die Überwachung von Füllständen an Bord gehört zu den wichtigsten Komfortfunktionen eines modernen Bordnetzes. Wer weiß, wie viel Frischwasser, Diesel oder Abwasser noch in den Tanks ist, plant besser, handelt sicherer und erlebt weniger unangenehme Überraschungen auf See oder auf Reisen. Aber welcher Tankgeber ist der richtige für Ihren Tank, Ihre Flüssigkeit und Ihren Einbauort?

Dieser Ratgeber erklärt alle Philippi Tankgeber-Typen verständlich, vergleicht ihre Stärken und Schwächen und hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihr Boot, Ihre Yacht oder Ihr Wohnmobil zu treffen.


Die wichtigste Frage zuerst: Was messen Sie, und wo?

Bevor Sie einen Tankgeber auswählen, sollten Sie drei Fragen beantworten:

Was ist in Ihrem Tank? Frischwasser, Treibstoff, Abwasser und Fäkalien stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an den Sensor. Nicht jeder Sensor verträgt jeden Inhalt.

Wie tief ist Ihr Tank? Bei Tanks über 2 m Tiefe scheiden manche Sensoren aus. Bei sehr flachen Tanks ist der Totraum eines Sensors entscheidend.

Wie darf der Sensor montiert werden? Manche Tanks erlauben keinen Einbau von oben. Bei Kunststofftanks ist eine vollständig berührungslose Messung von außen möglich – bei Metalltanks nicht immer.


Alle Philippi Tankgeber im Überblick

1. Schwimmergeber TGW & TGT – Der Klassiker für Wasser, Treibstoff & Abwasser

Der Schwimmergeber ist die bewährteste Technologie der Füllstandsmessung – einfach, robust und zuverlässig seit Jahrzehnten. Ein Schwimmer folgt dem Flüssigkeitsspiegel und überträgt die Position als Widerstandssignal an den Monitor.

Ausgangssignal: 10–180 Ohm (international standardisiertes Widerstandssignal für Tankinstrumente)

Einbau: Von oben in den Tank – eine Öffnung im Tankdeckel ist notwendig.

Verschiedene Einbaulängen verfügbar – passend für unterschiedliche Tanktiefen.

Geeignet für: Frischwasser, Treibstoff, Abwasser

Nicht geeignet für: Fäkalientanks

Der Schwimmergeber ist die richtige Wahl, wenn Sie einen klaren, zugänglichen Tank von oben haben, eine einfache und kostengünstige Lösung suchen und auf das bewährte Widerstandssignal setzen möchten, das mit den meisten Monitoren kompatibel ist.


2. Drucksonde TDS & TDN 200 – Hochpräzise Messung für alle Flüssigkeiten

Die Drucksonde misst den hydrostatischen Druck am Tankboden und berechnet daraus den Füllstand – extrem präzise, für alle Flüssigkeiten und Tanktiefen bis 2 m geeignet.

Einbau: Die Sonde wird von oben bis auf den Tankboden abgelassen und dort fixiert. Sie misst von unten nach oben.

Auch als Einschraubsonde TDT erhältlich – für werkzeugfeste, permanente Montage direkt im Tank.

Geeignet für: Frischwasser, Treibstoff, Abwasser, Fäkalien und weitere Flüssigkeiten – die Drucksonde ist der vielseitigste und präziseste Sensor im Sortiment.

Der Drucksensor ist die richtige Wahl, wenn Sie höchste Messgenauigkeit benötigen, Fäkalien oder aggressive Flüssigkeiten messen müssen, oder wenn ein Schwimmergeber konstruktiv nicht passt.


3. Ultraschallsonde UTV – Berührungslose Messung von oben

Die Ultraschallsonde wird oben im Tank montiert und misst den Abstand zur Flüssigkeitsoberfläche berührungslos mit Ultraschallwellen – ohne direkten Kontakt mit der Flüssigkeit.

Totraum: 2,5 cm unterhalb des Sensors – dieser Bereich kann nicht erfasst werden.

Sehr präzise bei freier Schallbahn zwischen Sensor und Flüssigkeitsspiegel.

Nicht geeignet für: Tanks, bei denen Flüssigkeit direkt an den Sensor gelangt, oder stark schäumende Flüssigkeiten, die die Schallbahn stören.

Die Ultraschallsonde ist die richtige Wahl, wenn Sie keinen direkten Flüssigkeitskontakt wünschen, der Tank von oben zugänglich ist und die Flüssigkeit eine ruhige, klare Oberfläche bietet.


4. Durchflusssensor – Litergenauer Wasserverbrauch in Echtzeit

Der Durchflusssensor misst nicht den Füllstand im Tank, sondern den tatsächlichen Durchfluss in der Leitung – mit litergenauer Auflösung in Echtzeit.

Geeignet für: Ausschließlich Frischwasser

Nicht geeignet für: Treibstoff, Abwasser oder andere Flüssigkeiten

Einsatz: Ideal als Ergänzung zum Tankgeber, um den tatsächlichen Verbrauch pro Tag zu kennen und Wasserreserven präzise einzuplanen – besonders wertvoll auf Langfahrten und bei Ankeraufenthalten ohne Wasserversorgung.

Der Durchflusssensor ist die richtige Wahl, wenn Sie wissen möchten, wie viel Wasser Sie täglich verbrauchen, und Ihr Wasservorrat optimal geplant werden soll.


5. Gobius C – Berührungslose Radar-Messung von außen

Der Gobius C ist die modernste und nachrüstfreundlichste Lösung im Sortiment. Er misst den Füllstand berührungslos von außen am Tank mittels Radarwellen – ohne Bohrung, ohne Eingriff in den Tank bei Kunststofftanks.

Totraum: Ca. 5 cm im Bodenbereich des Tanks.

Kunststofftanks: Keine Bohrung notwendig – der Sensor wird außen am Tank montiert.

Metalltanks: Eine Bohrung ist erforderlich, da Radarwellen Metall nicht durchdringen.

Inklusive App für Einrichtung und Anzeige direkt am Smartphone.

Auch als NMEA-2000-Version erhältlich – für die direkte Integration ins Bordinstrumentennetz und Darstellung auf kompatiblen Kartenplottern.

Der Gobius C ist die richtige Wahl, wenn Sie einen Kunststofftank ohne Bohrung nachrüsten möchten, eine moderne Smartphone-Integration wünschen oder den Füllstand auf dem Kartenplotter anzeigen möchten.


6. Gobius Pro – Einfacher Grenzwertgeber als Voll- oder Leermelder

Der Gobius Pro ist kein klassischer Füllstandssensor, sondern ein Grenzwertgeber. Er wird seitlich außen an den Tank geklebt und erkennt zuverlässig, ob der Füllstand über oder unter dem Montagepunkt liegt.

Messprinzip: Kapazitiv, von außen ohne Bohrung.

Anzeige: Binär (Füllstand über oder unter Sensorposition) – kein prozentualer Wert.

Typischer Einsatz: Als Vollmelder (oben am Tank montiert) oder Leermelder (unten am Tank montiert) – einfach, günstig und ohne Einbauaufwand.

Der Gobius Pro ist die richtige Wahl, wenn Sie nur wissen möchten, ob ein Tank voll oder (fast) leer ist, und keine prozentuale Füllstandsanzeige benötigen.


Der direkte Vergleich – alle Sensoren auf einen Blick

Sensor Messprinzip Frischwasser Treibstoff Abwasser Fäkalien Einbau Totraum NMEA 2000
TGW / TGT Schwimmergeber Schwimmer / magnetisch Von oben Keiner
TDS / TDN Drucksonde Hydrostatischer Druck Von oben (Boden) Keiner
UTV Ultraschall Ultraschallwellen Bedingt Von oben 2,5 cm
Durchflusssensor Durchflussmessung In Leitung
Gobius C Radar (berührungslos) Bedingt Von außen 5 cm Optional
Gobius Pro

Klopfsensor
(berührungslos)

Bedingt Von außen (Seite)

Welcher Sensor für welchen Anwendungsfall? – Die schnelle Entscheidungshilfe

Sie haben einen Fäkalientank? → Drucksonde TDS / TDN 200 oder Gobius C (bei Kunststofftank). Der Schwimmergeber ist hier nicht geeignet.

Sie möchten nachrüsten, ohne den Tank zu bohren? → Gobius C (Kunststofftank) oder Gobius Pro als einfacher Grenzwertmelder.

Sie brauchen höchste Präzision? → Drucksonde TDS / TDN 200 oder Ultraschallsonde UTV.

Sie möchten den Füllstand auf dem Kartenplotter sehen? → Gobius C in der NMEA-2000-Version oder über unsere Monitore BTS-T oder BTM2.

Sie suchen die günstigste und bewährteste Lösung? → Schwimmergeber TGW / TGT.

Sie wollen Ihren täglichen Wasserverbrauch kennen? → Durchflusssensor – ideal als Ergänzung zum Tankgeber.


Kompatibilität mit Philippi Monitoren

Alle Philippi Tankgeber sind direkt mit den Monitoren BMT2, VTM2 und PCU kompatibel – ohne zusätzliches Interface, direkt anschließbar. Für den Einsatz mit den P-Bus System Monitoren PSM3 und PSL wird das CMT3 Tankinterface benötigt, das bis zu 4 Sensoren gleichzeitig einbindet und die Daten ins P-Bus Energie-Management-System überträgt.


Fazit: Den richtigen Tankgeber wählen – so geht's

Die Wahl des richtigen Tankgebers hängt von vier Faktoren ab: Tankinhalt, Tankgeometrie, Einbaumöglichkeit und gewünschter Messgenauigkeit.

Für die meisten Standardanwendungen mit Wasser- und Treibstofftanks ist der Schwimmergeber TGW/TGT die einfachste und bewährteste Lösung. Wer höchste Präzision oder die Messung von Fäkalien benötigt, greift zur Drucksonde TDS/TDN. Wer nachrüsten möchte, ohne zu bohren, findet im Gobius C die eleganteste Lösung.

Bei Fragen zur Sensorauswahl, Kompatibilität mit Ihrem Monitor oder zur Planung Ihres Tanksystems beraten wir Sie gerne persönlich.

Finden Sie Ihren passenden Tankgeber

Eine zuverlässige Füllstandsmessung ist an Bord kein Luxus, sondern eine grundlegende Voraussetzung für Sicherheit und Komfort.

Egal ob Frischwasser, Kraftstoff oder Abwasser – nur wer seine Tankinhalte präzise im Blick hat, kann vorausschauend handeln und Ausfälle vermeiden.

Deshalb bieten wir ein durchdachtes Portfolio an Tankgebersystemen: von bewährten Schwimmerlösungen der TGT-Serie über präzise hydrostatische Sensoren der TGW-Reihe bis hin zu innovativen, berührungslosen Systemen wie Gobius. Jedes dieser Systeme wurde entwickelt, um unterschiedlichen Anforderungen an Bord gerecht zu werden – sei es in Bezug auf Einbausituation, Medium oder gewünschte Messgenauigkeit.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Technologien gibt und wie Sie die passende Lösung für Ihre Anwendung auswählen.

Tankgeber für Metalltanks

Bei der Auswahl eines geeigneten Tankgebers für einen Metalltank ist entscheidend zu verstehen, dass nicht alle Messverfahren gleichermaßen funktionieren.

Insbesondere berührungslose Systeme, wie Ultraschall-Tankgeber, sind für den Einsatz an Metalltanks ungeeignet da die Metallwand reflektiert und dämpft die Signale so stark, dass keine zuverlässige Füllstandsmessung möglich ist. Auch Sensoren, die von außen durch die Tankwand messen sollen, liefern in der Praxis keine brauchbaren Ergebnisse und führen häufig zu Fehlmessungen oder kompletten Ausfällen.

Für Metalltanks empfiehlt es sich daher, ausschließlich auf Sensoren zu setzen, die direkt im Tank arbeiten. Dazu zählen vor allem Tauchrohrgeber, die unabhängig vom Tankmaterial präzise Messergebnisse liefern und sich für verschiedene Medien wie Wasser, Diesel oder Abwasser eignen.

Ebenso bewährt haben sich klassische Schwimmergeber, die mechanisch arbeiten und als robuste sowie zuverlässige Lösung gelten. Alternativ können auch Drucksonden eingesetzt werden, die den Füllstand über den hydrostatischen Druck erfassen und besonders bei größeren Tanks Vorteile bieten.

Tankgeber für Plastiktanks

Bei Kunststofftanks gestaltet sich die Auswahl des passenden Tankgebers deutlich flexibler als bei Metalltanks. Im Gegensatz zu Metall sind Kunststoffe nicht leitfähig und dämpfen oder reflektieren Signale wesentlich weniger, wodurch auch berührungslose Messverfahren zuverlässig eingesetzt werden können. Besonders Ultraschall-Tankgeber eignen sich hier gut, da die Signale durch die Tankwand übertragen werden können und eine präzise Füllstandsmessung ermöglichen, ohne dass ein direkter Kontakt mit dem Medium erforderlich ist. Das macht sie ideal für Anwendungen, bei denen keine Öffnung im Tank gewünscht ist oder aggressive Medien gemessen werden sollen.

Neben Ultraschalllösungen funktionieren selbstverständlich auch klassische innenliegende Sensoren problemlos in Kunststofftanks. Tauchrohrgeber liefern sehr genaue Messwerte und sind unabhängig vom Tankmaterial einsetzbar. Auch Schwimmergeber stellen eine robuste und bewährte Lösung dar, insbesondere bei einfacheren Anwendungen. Drucksonden können ebenfalls verwendet werden und bieten sich vor allem bei größeren Tanks oder wechselnden Füllständen an.

Schwimmergeber der TGT-Serie eignen sich vor allem für saubere Medien wie Frischwasser und Diesel, da sie hier zuverlässig und präzise arbeiten. Bei verschmutzten Flüssigkeiten wie Grau- oder Schwarzwasser sind sie hingegen weniger geeignet.

Hydrostatische Geber der TGW-Serie sind deutlich robuster gegenüber verschmutzten oder problematischen Medien und können daher gut für Abwasser, aber auch für Frischwasser und Kraftstoffe eingesetzt werden.

Kapazitive Geber wie die TDS-Serie sind vielseitig und eignen sich für Frischwasser und Diesel, teilweise auch für Grauwasser, reagieren jedoch empfindlicher auf wechselnde Medienzusammensetzungen.

Berührungslose Systeme wie Gobius sind ideal für Abwasser- und Schwarzwassertanks, da sie ohne Kontakt zum Medium arbeiten und dadurch besonders wartungsarm sind.

GOBIUS Sensoren

Da die Sensoren von außen am Tank angebracht werden und über Vibrationsmessung arbeiten, ist kein Eingriff in den Tank notwendig.

Es müssen weder Öffnungen geschaffen noch Bauteile ins Innere eingebracht werden. Das macht Gobius besonders attraktiv für Nachrüstungen, schwer zugängliche Tanks oder Systeme, bei denen Hygiene und Dichtheit eine große Rolle spielen, wie etwa bei Abwasser- und Schwarzwassertanks.

Zudem kommen die Sensoren ohne bewegliche Teile im Tank aus, wodurch sie weitgehend wartungsfrei sind und unempfindlicher gegenüber Verschmutzungen oder Ablagerungen reagieren.

Allerdings ist der Einsatz von Gobius nicht in jeder Situation optimal. Die Funktionsweise setzt voraus, dass das Signal durch das Tankmaterial zuverlässig übertragen werden kann, weshalb Material, Wandstärke und die äußeren Montagebedingungen eine entscheidende Rolle spielen. Auch die Tankgeometrie kann Einfluss nehmen: Einbauten, unruhige Flüssigkeiten oder ungünstige Montagepositionen können die Messergebnisse beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass viele Gobius-Systeme nicht als klassische kontinuierliche Füllstandsanzeige arbeiten, sondern mit definierten Schaltpunkten. Für Anwendungen, bei denen eine sehr genaue und durchgängige Anzeige des Füllstands erforderlich ist, können daher andere Messprinzipien besser geeignet sein.

Die Wahl des richtigen Tankgebers hängt somit maßgeblich vom eingesetzten Medium und den jeweiligen Anforderungen an Bord ab – nur wenn Technik und Einsatzbereich optimal zusammenpassen, ist eine dauerhaft zuverlässige Füllstandsmessung gewährleistet.